Außerdem in dieser Folge: Wirtschaftsforum in Frankreich – und Spatenstich für eine neue Fabrik, Studie zu Chipbedarfen von Rechenzentren und EU kurz vor Beitritt zu Pax Silica
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Außerdem in dieser Folge: Wirtschaftsforum in Frankreich – und Spatenstich für eine neue Fabrik, Studie zu Chipbedarfen von Rechenzentren und EU kurz vor Beitritt zu Pax Silica
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Die wichtigsten News, Trends und Entwicklungen der nationalen und internationalen Halbleiterindustrie – kompakt, prägnant und verständlich aufbereitet. Das ist „What’s Chippening“, der News-Podcast aus dem Herzen der europäischen Mikroelektronik, dem Silicon Saxony.
Die EU-Kommission hat am 3. Juni ihren Vorschlag für den Chips Act 2.0 vorgestellt. Der erste European Chips Act war Europas Antwort auf die Chipkrise nach der Corona-Pandemie, auf Lieferengpässe, Produktionsstopps und die Erkenntnis, wie abhängig Europa bei Halbleitern von anderen Weltregionen ist.
Seit September 2023 ist der erste Chips Act in Kraft. Er umfasst die Förderung von Forschung über das Chips Joint Undertaking, die Unterstützung privater und öffentlicher Investitionen sowie Maßnahmen für mehr Krisenresilienz. Ein zentrales Ziel war, Europas Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung von rund zehn auf 20 Prozent zu erhöhen.
Mit dem neuen Vorschlag verschiebt sich der Fokus stärker auf Chipdesign, das Schließen von Lücken in der Wertschöpfungskette, strategische Projekte, schnellere Genehmigungen, Nachfrageimpulse und sogenannte „Semiconductor Regions of Excellence“. Gleichzeitig bleibt offen, wie die Maßnahmen im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen der EU konkret finanziert werden.
👉 Proposal for a Chips Act 2.0
Vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 fand in Bad Saarow das Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF) statt. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie die Auswirkungen geopolitischer und technologischer Veränderungen. Silicon Saxony war unter anderem mit Präsidiumsmitgliedern und Beiträgen zu den Roadmaps der Hightech Agenda Deutschland vertreten.
Begleitet wurde das Forum von zwei Studien. Das Transformationsbarometer 2025 zeigt, dass viele Unternehmen das Potenzial Ostdeutschlands grundsätzlich positiv bewerten, gleichzeitig aber mit Zurückhaltung auf die kommenden Jahre blicken. Der ebenfalls vorgestellte Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026 des ifo Instituts verweist auf strukturelle Herausforderungen wie demografischen Wandel, geringeren Vermögensaufbau, Defizite bei Infrastruktur und Wachstumskapital sowie die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele der diskutierten Probleme keine rein ostdeutschen Themen sind. Hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren, Bürokratie und fehlendes Vertrauen in unternehmerisches Handeln wurden von vielen Teilnehmern als Herausforderungen für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland benannt. Als besondere Stärken Ostdeutschlands wurden unter anderem die Forschungslandschaft, die Mikroelektronik, die Chemie- und Materialwissenschaften sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien hervorgehoben. Silicon Saxony wurde dabei mehrfach als Beispiel für erfolgreiche industrielle Transformation und internationale Wettbewerbsfähigkeit genannt.
👉 Zwischen neuer Unordnung und Zuversicht: Das OWF 2026 diskutiert die Zukunft der Wirtschaft
Ein neuer Report der Semiconductor Industry Association und Deloitte zeigt die zentrale Rolle von Halbleitern für KI-Rechenzentren. In einem KI-Server-Rack stecken laut Studie mehr als 4.500 Chips und rund 20.000 einzelne Dies.
Etwa 95 Prozent des Materialwerts eines solchen Racks entfallen auf Halbleiter. Dabei geht es nicht nur um KI-Beschleuniger, sondern um den gesamten Chip-Stack aus Logik, Speicher, Stromversorgung, Netzwerk, Kühlung, Sensorik und weiteren Komponenten.
👉 New Report Finds Semiconductors Account for 95% of an AI Data Server Rack’s Value
Beim Choose-France-Gipfel in Versailles wurden Investitionszusagen von insgesamt 93 Milliarden Euro angekündigt. Ein Großteil davon steht im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren.
Halbleiterrelevant ist vor allem das Gemeinschaftsunternehmen Tessalia von Foxconn, Radiall und Thales. In Le Barp bei Bordeaux soll eine Fabrik für fortschrittliches Chip-Packaging entstehen. Geplant sind mehr als 250 Millionen Euro Investitionen bis 2033, rund 800 Arbeitsplätze und ein Produktionsstart Ende 2029.
Die EU steht kurz vor einem möglichen Beitritt zur US-geführten Chip-Allianz Pax Silica. Grundlage sind Berichte von Euronews sowie eine öffentliche Äußerung des US-Botschafters bei der EU, Andrew Puzder.
Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Governance der Initiative, zur Rolle der G7 sowie zur regulatorischen Autonomie der EU bei Exportkontrollen und Investitionsprüfungen. Die Erklärung soll politisch, aber nicht rechtlich bindend sein.
👉 US-Botschafter Andrew Puzder zu Pax Silica
In Deutschland hat sich eine neue Allianz für autonomes Fahren gegründet. Beteiligt sind unter anderem Nvidia, Uber, Volkswagen, Bosch, Mobileye und weitere Technologie- und Mobilitätsunternehmen.
Ziel ist es, die Entwicklung und Einführung sogenannter Robotaxis zu beschleunigen. Die Allianz verweist darauf, dass Europa bei autonomen Mobilitätsdiensten gegenüber den USA und China zurückfallen könnte, wenn Entwicklung, Regulierung und Markteinführung nicht schneller vorankommen.
👉 Nvidia und Uber sind dabei: In Deutschland startet die neue Robotaxi-Allianz
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