Außerdem in dieser Folge: CXMT geht an die Börse; TSMC nimmt nach Erdbeben in Japan die Produktion wieder auf; EU-Millionen für europäische Chip-Design-Start-ups SiPeal und VSORA
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Außerdem in dieser Folge: CXMT geht an die Börse; TSMC nimmt nach Erdbeben in Japan die Produktion wieder auf; EU-Millionen für europäische Chip-Design-Start-ups SiPeal und VSORA
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Die wichtigsten News, Trends und Entwicklungen der nationalen und internationalen Halbleiterindustrie – kompakt, prägnant und verständlich aufbereitet. Das ist „What’s Chippening“, der News-Podcast aus dem Herzen der europäischen Mikroelektronik, dem Silicon Saxony.
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Der neue Branchenreport der Semiconductor Industry Association zeigt ein historisch starkes Wachstum der Halbleiterindustrie. Seit 2020 wurden in den USA mehr als 770 Milliarden US-Dollar in über 160 Projekte investiert. Für den weltweiten Halbleitermarkt wird bereits 2026 ein Volumen von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar erwartet. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen 5G und künftig 6G, moderne Verteidigungssysteme, Medizintechnik, Advanced Computing und insbesondere Künstliche Intelligenz.
Die Bedeutung von KI zeigt sich auch beim künftigen Infrastrukturbedarf. Weltweit werden bis 2028 Investitionen von mehr als vier Billionen US-Dollar in KI-Rechenzentren erwartet, davon könnten bis zu 2,8 Billionen US-Dollar auf Halbleiter entfallen. Gleichzeitig bleiben US-Halbleiterunternehmen stark vom Weltmarkt abhängig: Mehr als 70 Prozent ihrer Umsätze werden im Ausland erzielt, über 85 Prozent der verkauften Chips werden außerhalb der USA ausgeliefert.
Die SIA empfiehlt deshalb gezielte und international koordinierte Exportkontrollen sowie eine engere Abstimmung mit wichtigen Zulieferstaaten und vertrauenswürdigen Partnern. Auch bei Handel und Lieferketten setzt der Report stärker als im Vorjahr auf gemeinsame Maßnahmen gegen marktverzerrende Praktiken, neue Bezugsquellen für kritische Materialien, strategische Vorräte sowie zusätzliche Forschung zu Materialwissenschaften und Recyclingtechnologien.
👉 2026 State of the U.S. Semiconductor Industry Report
Die Bundesregierung untersucht laut einem Bericht von Bloomberg, an welchen Stellen China von deutscher und europäischer Technologie abhängig ist. Analysiert werden demnach Lieferketten, Handelsströme und Unternehmensdaten, um für den Fall einer Verschärfung des Handelskonflikts mögliche wirtschaftliche Hebel zu identifizieren. Genannt werden unter anderem Zeiss, Trumpf, Aixtron, Siltronic und SUSS MicroTec.
Besonders groß ist die strategische Bedeutung von Zeiss und Trumpf für die EUV-Lithografie. Zeiss liefert die dafür benötigte Optik, Trumpf die Hochleistungslaser. Aixtron besitzt eine starke Position bei MOCVD-Anlagen für Verbindungshalbleiter, SUSS MicroTec bei Coatern und Bondern. Siltronic ist ein bedeutender Anbieter von Wafern, bewegt sich jedoch in einem Markt mit mehreren relevanten Wettbewerbern. Neben neuen Exporten könnten insbesondere Wartung und Service bereits installierter Anlagen eine wichtige Rolle spielen.
Die Debatte steht im Zusammenhang mit zunehmenden geopolitischen Spannungen. Nach neuen EU-Sanktionen gegen Unternehmen, die Russland unter anderem mit Halbleitern, Sensoren und elektronischen Bauteilen beliefern, beschränkte China seinerseits die Lieferung bestimmter Dual-Use-Produkte an 14 europäische Unternehmen und Einrichtungen. Betroffen sind dabei auch Akteure aus den Bereichen Verbindungshalbleiter, Optoelektronik, Infrarotsensorik, Lasertechnik und Spezialmaterialien. Parallel wurde in den USA auf Initiative von Nvidia und mit rund 40 Partnern eine Allianz für sichere KI gegründet, die unter anderem gemeinsame Standards und Sandbox-Testumgebungen für KI-Agenten entwickeln soll.
👉 Germany Maps China’s Weaknesses in Preparation for a Trade War
👉 Techunternehmen gründen Allianz für sichere KI
Das aus der Universität Leipzig hervorgegangene Unternehmen SaxonQ hat einen Quantencomputer mit 128 Qubits vorgestellt. Ein System mit 512 Qubits soll ab dem zweiten Quartal 2027 ausgeliefert werden. Die diamantbasierten Rechner arbeiten bei Raumtemperatur, benötigen weder aufwendige Kryokühlung noch Vakuumtechnik oder spezielle Reinräume und lassen sich in gewöhnliche Serverracks integrieren.
Vorgängersysteme werden bereits beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie bei Fraunhofer eingesetzt. Damit handelt es sich nicht mehr nur um einen Prototyp, sondern um ein bestellbares System mit einer angegebenen Lieferzeit von drei Monaten. Die technologische Roadmap sieht für 2030 mehr als 10.000 Qubits sowie Fehlerkorrektur und logische Qubits vor.
Im internationalen Vergleich liegen supraleitende Systeme und Ionenfallen bei anspruchsvollen Leistungsmetriken derzeit noch vorn. Der besondere Vorteil des SaxonQ-Ansatzes liegt jedoch in der einfachen Integration und im Betrieb bei Raumtemperatur. Quantencomputer ersetzen klassische GPUs nicht unmittelbar, können sie aber als Co-Prozessor bei bestimmten Aufgaben in Quantenchemie, Optimierung und maschinellem Lernen ergänzen. Damit trägt SaxonQ auch zu den Zielen der nationalen Quantenstrategie bei, obwohl diamantbasierte NV-Systeme in der aktuellen Roadmap nicht zu den drei bevorzugten Technologieplattformen zählen.
👉 SaxonQ Launches Diamond-Based Room-Temperature Quantum Computers
Der chinesische Speicherhersteller CXMT ist am 27. Juli 2026 in Shanghai an die Börse gegangen. Die Aktie legte am ersten Handelstag zeitweise um rund 470 Prozent zu. Das Unternehmen nahm dabei rund 7,9 Milliarden Euro ein und zählt inzwischen zu den größten DRAM-Herstellern weltweit.
Der Börsengang verschafft CXMT zusätzliche finanzielle Mittel für die technologische Aufholjagd im internationalen Speichermarkt. Während CXMT vor allem im klassischen DRAM-Markt an Bedeutung gewinnt, konzentrieren sich Samsung und SK hynix zunehmend auf das margenstarke HBM-Segment. Langfristige Lieferverträge mit großen US-Technologieunternehmen dienen dabei vor allem der beidseitigen Absicherung von Produktionsauslastung und Versorgung mit KI-Speichern.
👉 Größter chinesischer Speicherhersteller kommt mit einem Knall an die Börse
👉 Samsung und SK hynix sichern sich langfristige US-Lieferverträge
Nach einem schweren Erdbeben in der Region Kumamoto fährt TSMC die Produktion in seinem japanischen Werk JASM schrittweise wieder hoch. Die Gebäudestruktur blieb unversehrt, das Personal wurde sicher evakuiert. Der geplante Ausbau des Standorts wurde wegen möglicher Nachbeben vorsorglich pausiert.
JASM steht für weniger als drei Prozent der gesamten TSMC-Produktion und fertigt vor allem Chips auf reiferen Technologieknoten. Größere Risiken für die globale Lieferkette entstanden durch zeitweilige Produktionsstopps weiterer Unternehmen in der Region, darunter Tokyo Electron, Sony, Renesas, Mitsubishi Electric, Toyota und Honda.
👉 TSMC nimmt Betrieb in japanischem Werk wieder auf
Der Europäische Innovationsrat hat sechs europäische Deeptech-Unternehmen für Investitionen aus dem STEP-Scale-up-Programm ausgewählt. Insgesamt erhalten sie 97 Millionen Euro, jeweils zwischen zehn und 30 Millionen Euro. Mit SiPearl und VSORA stammen zwei der ausgewählten Unternehmen aus dem Halbleiterumfeld.
SiPearl entwickelt Hochleistungsprozessoren für souveräne europäische Rechenzentren und Exascale-Supercomputer. VSORA konzentriert sich auf Chips für KI-Inferenz. Die Auswahl stärkt damit gezielt das europäische Chipdesign und adressiert eine Wertschöpfungsstufe, in der Europa gegenüber internationalen Wettbewerbern bislang vergleichsweise schwach aufgestellt ist.
👉 EIC selects new European scale-ups for STEP Scale Up investments
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