Mikroelektronik

Würth Elektronik: Der nächste Engpass ist da – Der KI-Boom verschärft die Materialknappheit bei Leiterplatten

18. August 2026. Während sich die Elektronikindustrie in den letzten Jahren vor allem auf Halbleiter konzentriert hat, hat sich im Hintergrund bereits der nächste kritische Lieferengpass abgezeichnet: Leiterplatten-Grundmaterialien werden weltweit knapp.

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Der Hauptgrund dafür ist der rasante Ausbau von KI-Rechenzentren und Hochleistungsrechnersystemen. Diese Anwendungen erfordern enorme Mengen an hochwertigen Laminaten, wodurch die verfügbaren Produktionskapazitäten für traditionelle Industrie- und Automobilanwendungen erheblich eingeschränkt werden. Die Schichtenanzahl von Leiterplatten, die in KI-Servern zum Einsatz kommen, ist drei- bis fünfmal höher als bei herkömmlichen Designs. Infolgedessen steigt die Nachfrage nach hochwertigen Leiterplattenmaterialien entlang der gesamten Lieferkette erheblich an. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Nachfrage mindestens bis Ende 2026 auf einem sehr hohen Niveau bleiben oder weiter steigen wird.

Eine besondere Herausforderung stellt die gleichzeitige Verknappung mehrerer wichtiger Rohstoffe dar, die für die Leiterplattenherstellung benötigt werden. Neben kupferkaschierten Laminaten (CCL) wirkt sich der Versorgungsdruck zunehmend auch auf Kupferfolien, Prepregs (insbesondere PP1080 und PP2116), Hochleistungsharz sowie andere Materialien wie Wolframkarbid aus, das für Bohr- und Fräswerkzeuge verwendet wird. Bei Glasfasergeweben rechnen Branchenexperten vor 2028 nicht mit einer nennenswerten Entspannung der Versorgungsengpässe.

Zu den Folgen zählen steigende Preise, längere Lieferzeiten, eine geringere Preisvorhersehbarkeit und strengere Zuteilungsmaßnahmen in Teilen der Lieferkette. Gleichzeitig nimmt die Flexibilität bei der Reaktion auf kurzfristige Nachfrageschwankungen ab, da die Produktionskapazitäten vieler Hersteller bereits langfristig gebunden sind.

Infolgedessen durchläuft der Markt einen grundlegenden Wandel. Die Ära frei verfügbarer Materialien wird zunehmend durch eine von Zuteilungen geprägte Wirtschaft abgelöst. Unternehmen ohne langfristige Lieferantenbeziehungen, verlässliche Prognosen oder geeignete alternative Materialien werden nicht nur mit höheren Kosten konfrontiert sein, sondern in Extremfällen auch mit dem Risiko vollständiger Lieferunterbrechungen.

Die Versorgungssicherheit wird daher zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Frühzeitige Beschaffungsstrategien, zuverlässige Nachfrageprognosen, stabile Bestellmuster und eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette sind nun unerlässlich. Gleichzeitig gewinnen die Qualifizierung alternativer Materialien und eine vorausschauende Projektplanung weiter an Bedeutung.

„Durch unsere enge Zusammenarbeit mit Kunden, Materiallieferanten und Technologiepartnern gewinnen wir frühzeitig Einblicke in Veränderungen bei der Materialverfügbarkeit, den Fertigungskapazitäten und der Stabilität globaler Lieferketten. Diese Transparenz ermöglicht es uns, proaktiv auf sich abzeichnende Entwicklungen zu reagieren und unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen“, sagt Manuel Mairhofer, Mitglied der Geschäftsführung der Würth Elektronik GmbH & Co. KG.

Daniel Jacob, CEO von STARTEAM GLOBAL, ergänzt: „Unser starkes Netzwerk entlang der gesamten Lieferkette hilft uns, Trends und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir nachhaltige Lösungen, mit denen wir den Anforderungen zukünftiger Märkte erfolgreich gerecht werden können.“

Über die Partnerschaft zwischen STARTEAM GLOBAL und Würth Elektronik:

STARTEAM GLOBAL und die Würth Elektronik GmbH & Co. KG haben sich zum Ziel gesetzt, den technologischen Austausch innerhalb der Branche über ihre Kernaktivitäten in der Fertigung hinaus zu fördern. Dazu gehören unter anderem die Integration von Technologien von Notion Systems und der Peters Group bei FST Italy durch STARTEAM GLOBAL sowie die gemeinsame Beteiligung von Würth Elektronik und der Peters Group an der s.mask-Initiative. Ziel ist es, Innovationen in der Leiterplattentechnologie voranzutreiben und einen offenen Wissensaustausch im gesamten Leiterplatten-Ökosystem zu fördern. Nach einer erfolgreichen Roadshow im Vorfeld der Productronica München setzte die s.mask-Initiative ihre Aktivitäten Ende 2025 durch zahlreiche Fachgespräche fort. Im Mittelpunkt dieser Gespräche standen aktuelle Herausforderungen in der Leiterplattenfertigung sowie Ansätze für eine intelligentere und flexiblere Produktion.

Die Initiative zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Industriepartnern zu stärken und dazu beizutragen, die Leiterplattenbranche widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Marktveränderungen zu machen. 

Auch heute setzen STARTEAM GLOBAL und Würth Elektronik ihr gemeinsames Engagement fort, um Innovation, Wissensaustausch und Zusammenarbeit in der gesamten Leiterplattenbranche aktiv zu fördern.

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Weiterführende Links

👉 www.we-online.com  

Foto: Würth Elektronik

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