Und außerdem in dieser Folge: Infineon übernimmt C2i Semiconductors, Nexperia China vermeldet Durchbruch, Neuer Reinraum für TU Chemnitz
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Und außerdem in dieser Folge: Infineon übernimmt C2i Semiconductors, Nexperia China vermeldet Durchbruch, Neuer Reinraum für TU Chemnitz
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Nvidias starkes Wachstum, Lieferengpässe und der Start der Vera-Rubin-Plattform, OpenAIs eigener Inferenz-Chip Jalapeño sowie neue KI-Architekturen von AMD und Intel auf der Hot Chips 2026 stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe. Dazu kommen Infineons Übernahme von C2i Semiconductors, die zunehmende technologische Trennung von Nexperia China und Europa sowie ein geplanter neuer Reinraum an der TU Chemnitz.
Moderiert wird der Podcast von Julia Nitzschner, Experte ist Frank Bösenberg. Die Folge wurde am 27.08.2026 um 13:19 Uhr aufgezeichnet.
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Nvidia hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar erzielt – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Allein das Rechenzentrumsgeschäft kam auf 89 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal erwartet Nvidia rund 108 Milliarden US-Dollar Umsatz, für das Geschäftsjahr 2028 erstmals ein Wachstum von 70 Prozent. Gleichzeitig bezeichnet sich das Unternehmen als kapazitätsbegrenzt: Die Nachfrage liegt nach eigenen Angaben noch höher. Besonders Speicher bleibt knapp und teuer, während Nvidia für seine Prognose weiterhin keinen Umsatz mit Data-Center-Compute-Produkten in China einrechnet.
Nvidia baut zugleich sein KI-Ökosystem weiter aus. Mit SpaceXAI arbeitet das Unternehmen an Vera-Rubin-Systemen für die geplanten Starmind-AI1-Satelliten. Daneben stehen milliardenschwere Beteiligungen an Intel und SpaceX sowie ein bislang nicht bestätigter Bericht über eine mögliche Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar. Technologisch markiert Vera Rubin den nächsten Schritt nach GB200 und GB300: Die neue Plattform kombiniert eine neue CPU- und GPU-Generation mit HBM4 und NVLink 6 und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden.
👉 CNBC: Nvidia-Quartalszahlen Q2 2027
👉 ComputerBase: Nvidia-Rekordzahlen und Lieferverpflichtungen
👉 finanzen.net: Nvidia-Zahlen und Auswirkungen auf SK hynix und Samsung
👉 wallstreetONLINE: SpaceX und Nvidia planen KI-Infrastruktur im All
👉 heise: Nvidias Beteiligungen an SpaceX und Intel
👉 Südtirol News: Bericht über mögliche Nvidia-Übernahme von Hugging Face
👉 all-electronics: CPU, GPU, NPU, TPU, FPGA und ASIC erklärt
OpenAI hat am 25. August erstmals konkrete Benchmark-Ergebnisse für seinen eigenen KI-Chip Jalapeño veröffentlicht. Der auf Inferenz spezialisierte Beschleuniger wurde mit GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 und Kimi K2.5 getestet und erreichte laut OpenAI bei maximalem Durchsatz 1,5- bis 1,9-mal mehr Leistung pro Watt als Vergleichssysteme mit Nvidias GB200 beziehungsweise GB300. Die Latenz fiel ebenfalls geringer aus. Ein Vergleich mit der neuen Vera-Rubin-Generation fehlt jedoch. Jalapeño soll noch 2026 in OpenAIs eigener Infrastruktur eingesetzt werden; eine zweite Generation ist bereits weit in der Entwicklung, eine dritte wird geplant.
Die Hot Chips Conference 2026 zeigte zugleich, dass sich der Wettbewerb zunehmend vom einzelnen KI-Chip auf komplette Systeme verlagert. AMD präsentierte weitere Details zur MI400-Serie, Intel mit Crescent Island einen Beschleuniger für KI-Inferenz und Agentic AI, während Nvidia Rubin als Teil einer umfassenden Rechenzentrumsplattform positioniert. Auch OpenAI spricht inzwischen von einer Full-Stack-Strategie, bei der Hardware, Software, Netzwerk und Modelle stärker gemeinsam optimiert werden.
👉 OpenAI: Erste Benchmark-Ergebnisse für Jalapeño
👉 Hardwareluxx: AMD, Nvidia und neue GPU-Architekturen auf der Hot Chips 2026
Die Hans-Böckler-Stiftung hat mit dem Working Paper „Branchenanalyse Halbleiterindustrie – Wirtschaftliche Strukturen, Beschäftigungstrends und Herausforderungen“ eine mehr als 130 Seiten starke Bestandsaufnahme veröffentlicht. Die Untersuchung des IMU-Instituts Berlin verbindet amtliche Statistiken, eine Presseanalyse für die Jahre 2018 bis 2025 sowie Interviews mit Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern. Der Datenstand liegt grundsätzlich im Sommer 2025, ergänzt um einzelne jüngere Entwicklungen.
Die Studie beschreibt die globale Arbeitsteilung der Branche mit starken US-Positionen im Chipdesign, führender Fertigung modernster Strukturgrößen in Taiwan und Südkorea sowie wachsender chinesischer Bedeutung bei reiferen Technologien. Europa verfügt gleichzeitig über Stärken bei Leistungselektronik, Sensorik, Automotive-Chips und Fertigungsequipment. Die Analyse betont die gegenseitige Abhängigkeit der Regionen; im Manuskript wird zugleich kritisch eingeordnet, dass der finanzielle Aufwand für vollständig entkoppelte Halbleiterökosysteme deutlich höher sein dürfte als einzelne genannte Schätzungen. Am Beispiel Silicon Saxony wird zudem sichtbar, dass ein Halbleitercluster weit über reine Fertigung und einzelne Standorte hinausgeht.
👉 Hans-Böckler-Stiftung: Branchenanalyse Halbleiterindustrie
👉 Hans-Böckler-Stiftung: Halbleiter in Europa – Stärken und Abhängigkeiten
Infineon übernimmt das 2024 gegründete Fabless-Unternehmen C2i Semiconductors aus Bengaluru. C2i entwickelt softwaredefinierte Mehrphasen-Controller und Smart Power Stages für die effiziente Stromversorgung leistungsfähiger KI-Chips. Die Technologien ergänzen Infineons Portfolio aus Silizium-, SiC- und GaN-Leistungshalbleitern. In Indien soll zudem ein Kompetenzzentrum für digitale Power-Technologien entstehen. Hinter C2i steht ein erfahrenes Gründerteam mit langjähriger Power-, Analog- und Mixed-Signal-Erfahrung bei Texas Instruments.
👉 Silicon Saxony: Infineon übernimmt C2i Semiconductors
Nexperia China will sein Produktportfolio auf eine chinesische 12-Zoll- beziehungsweise 300-mm-Waferplattform umstellen. Damit soll die Abhängigkeit von Wafern aus den europäischen Nexperia-Fabs in Hamburg und Manchester weitgehend verschwinden; bei wichtigen Produkten spricht die chinesische Seite von nahezu vollständiger Lokalisierung. Parallel baut Nexperia in Europa neue Partnerschaften auf, darunter eine Kooperation mit Swissbit für sichere Speicher-, KI-, Cloud- und Serverplattformen. Die Entwicklungen deuten auf zunehmend getrennte Lieferketten in China und Europa hin.
👉 China.org.cn: Nexperia China zur lokalen Waferplattform
👉 Electronics For You: Trennung von Nexperia-Strukturen in Europa und China
👉 Nexperia: Kooperation mit Swissbit für KI-, Cloud- und Serverplattformen
Der Freistaat Sachsen will knapp 68 Millionen Euro in einen neuen Reinraum an der TU Chemnitz investieren. Die Infrastruktur soll Forschung und Entwicklung in nachhaltiger Mikroelektronik und Sensortechnik stärken und nach Angaben des Wissenschaftsministeriums eine Lücke in der sächsischen Forschungslandschaft für Halbleitertechnologien schließen. Finanziert werden soll das Projekt über bislang nicht abgeflossene EU-Fördermittel. Voraussetzung ist noch die Zustimmung der Europäischen Kommission zur geplanten Umwidmung.
👉 Medienservice Sachsen: Wissenschaft stärkt die Region Südwestsachsen
Die Microtec Academy erhebt erneut den Qualifizierungsbedarf in Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik. Gefragt wird, welche Kompetenzen diese Bereiche künftig prägen werden. Die Teilnahme ist anonym und bis zum 15. September möglich.
👉 Microtec Academy: Erhebung zum Qualifizierungsbedarf
Das Halbleitercluster NMWP erarbeitet ein Whitepaper zu „Halbleiter und Mikroelektronik in NRW“. Es soll eine belastbare Grundlage für die weitere strategische Entwicklung des Standorts schaffen. Auch hier ist eine anonyme Beteiligung möglich.
👉 NMWP: Halbleiter und Mikroelektronik in Nordrhein-Westfalen
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