
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Wir können es uns nicht leisten, bei den Technologien, die den Betrieb unserer Krankenhäuser, die Stabilität unserer Energienetze und die Sicherheit unserer Dienste gewährleisten, von anderen abhängig zu sein. Es geht darum, unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen, unsere Interessen zu verteidigen und unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Europa verfügt über das Talent, die exzellente Forschung, die industrielle Basis und den Binnenmarkt. Gemeinsam müssen wir diese Stärken in technologische Souveränität umwandeln.“
„Chips Act 2.0“
Der „Chips Act 2.0“ soll Kapazitäten für modernste Halbleitertechnologien schaffen, die KI-Anwendungen antreiben. Er soll Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern vertiefen und ein neues Exzellenzlabel für Europas Halbleiterregionen einführen. Durch einen Ökosystem-Ansatz soll er zudem europäische Chiphersteller näher an ihre Kunden heranführen und auf der Nachfrage von Wachstumsbranchen wie Rechenzentren, Cloud-Anbietern und KI-Gigafabriken aufbauen. Schließlich soll die neue Gesetzgebung Investitionen und strategische Projekte unterstützen und gleichzeitig Schwachstellen angehen, die die Versorgung gefährden könnten.
Aufbau der europäischen Cloud- und KI-Kapazitäten
Das Gesetz zur Entwicklung von Cloud und KI soll Forschung und Innovation im Bereich modernster und nachhaltiger Technologien fördern und dabei die KI-Ziele mit den Klimaschutzverpflichtungen in Einklang bringen. Er soll die Bedingungen für die Einrichtung von Rechenzentren in der gesamten EU vereinfachen, wobei der Schwerpunkt auf hochgradig nachhaltigen und innovativen Einrichtungen in dem für den Übergang zu grünen und digitalen Zwillingen erforderlichen Umfang liegt. Außerdem soll er einen einheitlichen EU-weiten Rahmen zur Bewertung der Cloud- und KI-Souveränität einführen, während der Großteil unseres Marktes für gleichgesinnte Partner offenbleibt.
Dies soll dazu beitragen, kritische Anwendungen und sensible Daten zu schützen und die Entwicklung und Einführung fortschrittlicher Cloud- und KI-Technologien zu unterstützen. Außerdem soll der Vorschlag einen besser koordinierten Ansatz für die Einführung von KI in den Mitgliedstaaten unterstützen, unter anderem durch die Erfahrungs- und Beschleunigungszentren für KI , die als lokale Knotenpunkte zur Förderung der Integration und Skalierung von KI dienen.
Stärkung der digitalen Autonomie durch Open Source
Die Open-Source-Strategie soll Open-Source-Alternativen in vorrangigen Bereichen wie Cloud, KI, Internet-Technologien, Cybersicherheit und Halbleiter ausbauen. Außerdem soll sie ein stärkeres Open-Source-Ökosystem fördern, indem sie in Kompetenzen investiert, Open-Source-Start-ups unterstützt und die langfristige Sicherheit der europäischen Open-Source-Digitalinfrastruktur verbessert. Die Strategie soll zudem den verstärkten Einsatz von Open Source in öffentlichen Verwaltungen durch Beschaffungsrichtlinien und bewährte Verfahren unterstützen. Sie soll die Einführung europäischer Lösungen fördern und Standards sowie Interoperabilität unterstützen, unter anderem durch Initiativen wie den Open Internet Stack.
Digitalisierung des europäischen Energiesystems bei gleichzeitiger Gewährleistung einer nachhaltigen Digitalisierung
Die Strategische Roadmap für Digitalisierung und KI im Energiesektor legt dar, wie KI und andere digitale Lösungen die nachhaltige Integration der digitalen Infrastruktur in unser Energiesystem gewährleisten und gleichzeitig dazu beitragen können, das europäische Energiesystem effizienter zu gestalten.
Diese Roadmap soll sicherstellen, dass Rechenzentren auf nachhaltige und transparente Weise in unser Energiesystem integriert werden. Die Kommission wird die Zusammenarbeit zwischen dem Energie- und dem Digitalsektor fördern, um deren effiziente Integration in das Netz sowie die notwendige Versorgung mit sauberer Energie sicherzustellen und gleichzeitig Wasser- und Energieressourcen zu schützen. Diese Roadmap soll zudem den Einsatz digitaler und KI-Lösungen beschleunigen, um die europäische Strominfrastruktur zu verbessern und intelligenter zu gestalten. Sie soll gleichzeitig eine schnellere Einführung intelligenter Zähler unterstützen.
Darüber hinaus soll sie dazu beitragen, souveräne und sichere KI-Modelle für den Energiesektor zu entwickeln, die auf europäischen Daten trainiert und von europäischen Unternehmen entwickelt wurden. Durch die Vereinfachung des grenzüberschreitenden Austauschs von Energiedaten soll sie die Einführung intelligenter Energiedienstleistungen und Flexibilität sicherstellen, die für Millionen Menschen in ganz Europa Einsparungen bringen können.
Nächste Schritte
Über die Legislativvorschläge verhandeln nun das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union. Die Kommission wird voraussichtlich im Juli eine Ausschreibung für KI-Gigafabriken veröffentlichen. Die Kommission wird außerdem eine Konsultation mit den Mitgliedstaaten, der Europäischen Investitionsbank-Gruppe und anderen wichtigen Interessengruppen einleiten, um eine europäische Eigenkapitalkapazität in großem Maßstab aufzubauen, mit der die Ambitionen Europas im Bereich der technologischen Souveränität finanziert werden sollen.
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Weiterführende Links
👉 https://germany.representation.ec.europa.eu
👉 Chips Act 2.0
👉 Gesetz zur Entwicklung von Cloud und KI
👉 Mitteilung zur technologischen Souveränität und zur Open-Source-Strategie der EU
👉 Strategische Roadmap zur Digitalisierung und KI im Energiesektor
👉 Kommission stellt Maßnahmen zur Digitalisierung des europäischen Energiesystems vor
👉 Digitalisierung im Energiesektor
👉 Energieeffizienz von Rechenzentren
Foto: Canva AI