Das Zentrum soll ab 2027 Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen beim Chipdesign unterstützen. Durch den Zugang zu modernen Entwicklungswerkzeugen, europäischen Designplattformen und Expertenwissen sollen die Kosten und Einstiegshürden für neue Chip Entwürfe erheblich gesenkt werden.
Ein Ziel des Vorhabens ist es, die technologische Souveränität Deutschlands im Bereich der Mikroelektronik zu stärken. Dafür müssen nationale Kompetenzen im Chipdesign systematisch ausgebaut werden. Nur so lässt sich die Abhängigkeit von externen Entwicklungen und Lieferketten verringern sowie die Entwicklung eigener Schlüsseltechnologien vorantreiben. Denn die Importabhängigkeit Deutschlands und Europas im Bereich der Mikroelektronik führt regelmäßig zu Verfügbarkeitsproblemen, welche wiederum steigende Preise für alle darauf basierenden Produkte – PCs, Smartphones, Fahrzeuge oder Medizingeräte – nach sich ziehen.
Zugleich fügt sich das Vorhaben auch in die Ziele des kürzlich verabschiedeten Chips Act 2.0 der Europäischen Kommission ein. Dieser soll Europas Halbleiterindustrie stärken, moderne Produktionskapazitäten ausbauen, das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage im Mikroelektroniksektor stärken und gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und Fertigung fördern.
„Hier ergibt sich eine besondere Chance für Sachsen“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Fettweis, Gründer des Barkhausen Instituts und Koordinator des neuen Projektes. „Mit Silicon Saxony zählt der Freistaat schon heute zu einem der führenden Mikroelektronikstandorten Europas. Mit dem konsequenten Aufbau von Kompetenzen im Chipdesign kann Sachsen seine starke Marktposition langfristig festigen und über die Chipproduktion hinaus erweitern.“
Sachsen bringt dafür besonders gute Voraussetzungen mit. Mit der Gründung des Barkhausen Instituts hat Sachsen bereits 2018 die Weichen für genau diese Entwicklungen gestellt, die Europa heute vorantreibt. Das Institut forscht an vertrauenswürdigen Chip- und Systemarchitekturen und entwickelt neuartige Konzepte für ein schnelles und kostengünstiges Chipdesign. Dies wird besonders in für Sachsen bedeutsamen Zukunftsfeldern wie Medizintechnik und Verteidigung immer wichtiger. Dort müssen hohe Datenmengen unter hohen Anforderungen zuverlässig, sicher und vor allem vertrauenswürdig verarbeitet werden.
Nach Bewilligung der fünf Hub-Anträge (u. a. ChipDE-Digital) sowie des Koordinationsantrags kann das Kompetenzzentrum Chipdesign am 1. Januar 2027 seine Arbeit aufnehmen. Damit beginnt für das Barkhausen Institut und für Sachsen eine neue Entwicklungsphase. Die notwendigen Rahmenbedingungen dafür sind bereits geschaffen und nun gilt es, das vorhandene Potenzial im Chipdesign konsequent auszuschöpfen und weiter auszubauen.
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