18.06.2026. Die Ausgründung der Technischen Universität Dresden (TUD) Oxaphil ist mit dem Sächsischen Gründerpreis 2026 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet worden.

Die Ausgründung der Technischen Universität Dresden (TUD) Oxaphil ist mit dem Sächsischen Gründerpreis 2026 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet worden. Die Fachjury wählte das Team um Dr. Erik Wegener, David Bonnaire, Dr. Laura Fietzke und Leonardo Matassini aus insgesamt 116 Bewerbungen aus. An der Professur für Makromolekulare Chemie von Prof. Rainer Jordan entwickelten die Forschenden eine neuartige Klasse biokompatibler und synthetischer Polymere, die vor allem in der Biomedizin, Pharmazie und Materialwissenschaft ihren Einsatz finden sollen. Die Auszeichnung würdigt das innovative Gründungsvorhaben.
Polyoxazoline (POx) sind eine neuartige Klasse biokompatibler und synthetischer Polymere. Sie sind physikalisch leistungsfähiger, chemisch vielseitiger und biologisch besser verträglich als bisher verwendete Stoffe, vor allem Polyethylenglykol (PEG). An der Professur für Makromolekulare Chemie von Prof. Rainer Jordan forschten Dr. Erik Wegener, David Bonnaire, Dr. Laura Fietzke und Leonardo Matassini über mehrere Jahre speziell an der Synthese von POx. Ihre Idee war eine neuartige Technologie, die POx als Lösungsvermittler für Pharma- und Kosmetikprodukte auf industriellen Maßstab ermöglicht. Die Löslichkeit und Stabilität von Inhaltsstoffen werden so verbessert und es entstehen leistungsfähigere Produkte.
Von der Idee zur Anwendung
Die Ergebnisse im Labor waren vielversprechend und so ist das Team Anfang 2025 mit einem EXIST Gründungstipendium gestartet. Mithilfe der Validierungsförderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Energie (SMWA) liefen bereits erste Anwendungstests gemeinsam mit Industriepartnern.
„Durch die Skalierung der Technologie zur Herstellung dieser wertvollen Spezialpolymere können wir bereitgestellte Mengen steigern und Preise senken, während die Qualität der Stoffe gleichbleibt“, erklärt Dr. Erik Wegener, Geschäftsführer von Oxaphil. „Damit können wir Partnern aus verschiedenen Branchen biokompatible Polymere, mit auf die Kundenbedürfnisse angepassten Eigenschaften zur Verfügung stellen. Zukünftig werden wir diese erfolgreichen Technologien weiter ausbauen und mehr Anwendungsgebiete erschließen.“
Auf dem Weg von der Forschung zur Ausgründung wurde das Team durch das TUD|Excellence Center for Innovation, Transfer and Entrepreneurship (TUD|excite) und das Gründungsnetzwerk dresden|exists begleitet. Im LifeTechLab, dem Inkubationsprogramm für Ideen aus den Lebenswissenschaften, entstand ein erstes Geschäftsmodell. Zudem unterstützte das TUD|excite-Team die Gründerinnen und Gründer bei der Beantragung des EXIST-Gründungsstipendiums, beim IP-Transfer, durch Beratung und Coaching und unterstützte bei der Investorensuche.
Mit der Auszeichnung beim Sächsischen Gründerpreis erhält die junge Ausgründung nun zusätzliche Sichtbarkeit für ihren weiteren Wachstumskurs. Sie ist zudem erneuter Ausdruck der Innovations- und Transferstärke der TUD, die einen direkten Beitrag zur Wertschöpfung in Sachsen leistet.
Hintergrund: Transferstarke TUD
Die TUD zählt seit vielen Jahren zu den innovations- und transferstärksten Universitäten Deutschlands. So ist die TUD die patentstärkste Hochschule Deutschlands und hat zwischen 2000 und 2022 insgesamt 1.683 Patente angemeldet und 301 Unternehmen hervorgebracht, wie aus einer neuen Erhebung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Eine Studie zur regionalökonomischen Bedeutung der TUD, die die TUD bei DIW Econ, Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass diese Innovations- und Transferleistungen erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung Sachsens beitragen. So haben unter anderem 92 Prozent der aus der Universität hervorgegangenen Unternehmen ihren Geschäftssitz in Dresden und leisten einen direkten Beitrag zur Wertschöpfung der Region.
Über den Sächsischen Gründerpreis:
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz lobt zum 26. Mal den Sächsischen Staatspreis für Gründen aus. Der Preis zeichnet innovative Geschäftsideen und -konzepte aus, die das Potenzial haben, die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Sachsen mitzugestalten. Der Wettbewerb ist branchen- und technologieoffen und bietet Gründerinnen und Gründern die Chance, ihre Ideen sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Der Sächsische Gründerpreis wird in den drei Kategorien „Newcomer des Jahres“, „Start-up des Jahres“ und „Scale-up des Jahres“ vergeben. Zusätzlich wird erneut der Sonderpreis für die NextGen verliehen.
Kontakt:
Dr. Erik Wegener
Oxaphil GmbH
E-Mail:
Prof. Rainer Jordan
Professur für Makromolekulare Chemie
Technische Universität Dresden


