
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär:
„Die deutsch-französische Kooperation in Wissenschaft und Spitzenforschung ist eine der engsten und wichtigsten überhaupt. Nur gemeinsam können wir Treiber für ein starkes Europa sein. Ganz in diesem Geist hat seitdem letzten Deutsch-Französischen Ministerrat 2025 unsere Zusammenarbeit noch mehr an Dynamik gewonnen. Entscheidende neue Akzente wurden gesetzt. Regelmäßige Abstimmungen in den für beide Länder wichtigen Technologiebereichen geben unseren Initiativen noch mehr Schwung und bringen ausweislich der unterzeichneten Erklärungen neue Aktivitäten, mit denen wir uns gemeinsam den aktuellen Herausforderungen stellen, in Gang. Dies verstärkt zudem die Wirkkraft der Hightech Agenda Deutschland. Die deutsch-französische Forschungszusammenarbeit ist ein Schulterschluss von Partnern und Freunden und das entscheidende Element für den Erfolg und die Souveränität des Friedensprojekts Europa: Ob mit Spitzentechnologie auf unserem Kontinent oder im Weltall.“
Hintergrund
Gemeinsam mit ihrem französischen Amtskollegen, Forschungsminister Philippe Baptiste, unterzeichnete Bundesforschungsministerin Dorothee Bär einen übergreifenden Gemeinsamen Forschungs-Aktionsplan. Er zieht Bilanz der bereits umgesetzten Maßnahmen der Deutsch-Französischen Forschungs-Roadmap seitdem letzten Ministerrat 2025. Vor allem aber setzt der jetzt erarbeitete Aktionsplan Schwerpunkte für neue Maßnahmen in der künftigen Zusammenarbeit beiden Themen Künstliche Intelligenz (KI) sowie Fusions- und Batterieforschung. Auch Quantentechnologien und Sprunginnovationen spielen im Aktionsplan eine wichtige Rolle. Darüber hinaus unterstreichen beide Länder die besondere Bedeutung ihrer Kooperation in der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik sowie der entsprechenden Programme für die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität beider Länder und der EU.
Neben dem Forschungs-Aktionsplan wurden folgende Vereinbarungen zur engeren Zusammenarbeit geschlossen:
- Fusionsenergie: In der Forschung und Innovationsentwicklung zur Fusionsenergie werden beide Länder weiterhin eng zusammenarbeiten. Mit der von der Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und dem französischen Forschungsminister Philippe Baptiste unterzeichneten Gemeinsamen Absichtserklärung zur Fusionsforschung erkennen beide Länder die entscheidende Rolle der Fusionsenergie als sicheren, nachhaltigen und CO₂-neutralen Beitrag zur Deckung des künftigen Energiebedarfs Europas und der Welt an und bekräftigen ihre Absicht zur engeren Zusammenarbeit.
- Sprunginnovationen: Ein Ergebnis des Deutsch-Französischen Ministerrates in Toulon im August 2025 war die Einrichtung einer deutsch-französischen Task Force zu Sprunginnovationen. Sie präsentierte im Juni 2026 ihre Ergebnisse. Mit der heute von Ministerin Bär und dem französischen Wirtschaftsminister Roland Lescure unterzeichneten Roadmap zu Sprunginnovationen wird die Kooperation um gemeinsame Maßnahmen erweitert. Frankreich und Deutschland bekräftigen damit ihr gemeinsames Engagement für ein innovatives, wettbewerbsfähiges und souveränes Europa.
- Quantentechnologien sind für beide Länder von entscheidender Bedeutung – nicht nur im Sinne der technologischen Souveränität, sondern auch für die wirtschaftliche Wertschöpfung und die nationale Sicherheit. Daher stimmen sich Deutschland und Frankreich eng ab, damit auch in Europa ein umfassendes Innovationsökosystem und eine industrielle Quanten-Wertschöpfungskette etabliert werden können. Heute unterzeichnete Bundesforschungsministerin Bär mit ihrem französischen Amtskollegen Philippe Baptiste und der französischen KI- und Digitalisierungsministerin Anne Le Hénanff ein Gemeinsames Positionspapier zum European Quantum Act. Dies ist eine geplante EU-Gesetzesinitiative, die darauf abzielt, Forschung, Entwicklung und die industrielle Einführung von Quantentechnologien in der EU zu beschleunigen.
Der Raumfahrt messen Deutschland und Frankreich beide eine hohe Bedeutung bei, um die europäische Wirtschaft, Sicherheit und Souveränität zu stärken. Im Rahmen einer vertrauensvollen und intensiven Zusammenarbeit für die Kooperation in allen Bereichen der Raumfahrt arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der beiden Länder an gemeinsamen Lösungen für eine stringente Raumfahrtpolitik in Europa. Dabei geht es u.a. um die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige und technologisch starke Raumfahrtindustrie in Europa und weltraumbasierte Services zur Nutzung auf der Erde.
Die Deutsch-Französischen Ministerräte finden jährlich abwechselnd in Deutschland und Frankreich statt. Beide Regierungen ziehen bei diesen Treffen gemeinsam Bilanz und stimmen sich über ihre künftige Zusammenarbeit ab. Dieses Jahr richtet die Bundesregierung den Ministerrat auf Schloss Augustusburg in Brühl aus.
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Weiterführende Links
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