
In bisherigen Entwicklungsarbeiten haben ZuriQ und Infineon die Machbarkeit der neuartigen Architektur nachgewiesen. Dabei gelang es, neun einzeln steuerbare Ionen in einer 3×3-Anordnung einzufangen – die bislang größte nachgewiesene zweidimensionale Anordnung dieser Art. Im nächsten Schritt soll die Technologie auf eine deutlich größere Anzahl von Qubits skaliert werden. Die Quantencomputing-Innovationen von ZuriQ und die industrielle Fertigungskompetenz von Infineon schaffen dafür die Grundlage und treiben die Entwicklung von Quantencomputing-Systemen der nächsten Generation voran.
„Um Quantencomputing zu einer kommerziell nutzbaren Technologie weiterzuentwickeln, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Quanteninnovatoren und führenden Industrieunternehmen“, sagt Pavel Hrmo, Mitgründer und CEO von ZuriQ. „Gemeinsam mit Infineon und seiner umfassenden Expertise in der Prozessentwicklung und Halbleitertechnologie machen wir die technologischen Fortschritte von ZuriQ skalierbar und industriell nutzbar. Damit kommen wir unserem Ziel entscheidend näher, Quantencomputing-Technologien für konkrete Anwendungen zu entwickeln.“
„Fortschritte im Quantencomputing erfordern nicht nur Durchbrüche in der Physik, sondern auch robuste Fertigungstechnologien für die Entwicklung künftiger großskaliger Systeme“, sagte Clemens Rössler, Senior Director und Leiter der Quantum Processing Units bei Infineon. „Mit unserer Expertise in der Halbleiterfertigung, Integration und den fortschrittlichen Aufbau- und Verbindungstechnologien ermöglichen wir die nächste Generation von Quantenprozessoreinheiten basierend auf gefangenen Ionen. Durch die Verbindung unserer Halbleiterkompetenz mit der Design- und Architekturexpertise von ZuriQ setzen wir einen wichtigen Meilenstein zur Industrialisierung dieser Schlüsseltechnologie.“
Im Gegensatz zu herkömmlichen Quantencomputern mit eindimensionalen Ionenketten setzt ZuriQ auf eine zweidimensionale Penning-Mikrofallenarchitektur. Elektrische und magnetische Felder ermöglichen es, die Ionen direkt über den Chip zu bewegen. Da die Architektur ohne komplexe Verbindungsstrukturen auskommt, lassen sich größere Qubit-Anordnungen leichter realisieren. Die Verbindung dieses Ansatzes mit den fortschrittlichen Photonik- und Halbleiterprozessen von Infineon ist ein entscheidender Faktor, um den Übergang von der Demonstration im Labor zu realen Anwendungen zu beschleunigen.
Die zweidimensionale Ionentechnologie bietet einen vielversprechenden Ansatz für präzise und skalierbare Quantenprozessoren, um leistungsfähige und zuverlässige Quantencomputer für reale Anwendungen zu ermöglichen. Quantencomputer haben das Potenzial, hochkomplexe Probleme zu lösen, die selbst für heutige Supercomputer nicht zu bewältigen sind.
Die Zusammenarbeit zwischen einem innovativen Quantencomputing-Start-up und einem weltweit führenden Halbleiterunternehmen stärkt das europäische Quantenökosystem und Europas Position in diesem strategisch wichtigen Technologiefeld. Fortschritte im Quantencomputing können Innovationen in Bereichen wie Medizin, Logistik, Materialwissenschaften und künstlicher Intelligenz beschleunigen und neue Lösungswege für besonders komplexe Rechenprobleme eröffnen.
Über ZuriQ
Die 2024 gegründete ZuriQ AG ist ein Quantencomputing-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und ein Spin-off der ETH Zürich. Mit der Entwicklung einer neuartigen Architektur für gefangene Ionen auf Basis statischer elektromagnetischer Felder will ZuriQ zentrale Herausforderungen bei der Skalierung von Quantencomputern überwinden. Das Unternehmen konzentriert sich auf hochpräzise Quantenoperationen, eine schnelle Skalierung der Qubit-Anzahl und rekonfigurierbare Quantensysteme und ebnet damit den Weg für kommerziell relevante Quantenanwendungen.
Über Infineon
Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und das Internet der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung und Digitalisierung voran. Das Unternehmen hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte (Ende September 2025) und erzielte im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.
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Weiterführende Links
👉 www.infineon.com
Foto: Infineon