
Seit 2020 wurden Maßnahmen zum Aufbau einer neuen Forschungs- und Transferplattform mit insgesamt 8 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln gefördert. Davon stammten 4 Millionen Euro aus dem sächsischen Haushalt unter Einsatz von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE); weitere 4 Millionen Euro wurden im Rahmen einer Bund-Länder-Finanzierung je zur Hälfte vom Freistaat Sachsen und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragen. Ziel war es, die Kompetenzen der Fraunhofer-Institute für Keramische Technologien und Systeme IKTS und für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Freiberg zu bündeln, und Sachsen als Innovationsstandort für Halbleiter- und Energiematerialien inklusive Materialcharakterisierung und Recycling weiter zu stärken.
Fraunhofer THM als zukunftsfähige Forschungs- und Transferplattform
Das Fraunhofer THM verbindet heute materialwissenschaftliche Grundlagenkompetenz mit angewandter Forschung und industriellem Transfer. Dank der öffentlichen Förderung konnten Labor- und Technikums-Infrastruktur sowie umfangreiche Analytik, Prozessausstattung inklusive digitaler Datenerfassung gezielt ausgebaut werden. Dadurch werden am Standort nicht nur Materialien im Labormaßstab untersucht, sondern auch komplette Prozessketten unter praxisnahen Bedingungen entwickelt, erprobt und bewertet.
Zu den Forschungsarbeiten der vergangenen sechs Jahre zählen unter anderem:
- Batteriesysteme auf Basis von Festelektrolyten, die in einer speziellen Trockenraumumgebung am THM untersucht werden können,
- Halbleitermaterialien für Anwendungen in der Leistungs- und Quantenelektronik entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Herstellung über die Analyse bis zur Entwicklung erster Bauelemente,
- Messverfahren, mit denen Bauelemente direkt im Betrieb auf Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit untersucht werden können,
- Verfahren zur Rückgewinnung strategisch wichtiger Rohstoffe in nachhaltigen Recyclingprozessen, zum Beispiel für Lithium-Ionen-Batterien und Elektronikkomponenten.
Die Anschubfinanzierung ermöglichte damit nicht nur den Aufbau moderner Forschungsinfrastruktur, sondern bildete zugleich die Grundlage dafür, dass sich der Standort Freiberg als Partner in nationalen Forschungsinitiativen etablieren und umfangreiche Verbundprojekte des Bundes einwerben konnte.
Forschung schafft Wertschöpfung in Sachsen
„Mit unserer Förderung haben wir bewusst in Zukunftstechnologien investiert. Das Fraunhofer THM zeigt eindrucksvoll, wie öffentliche Anschubfinanzierung wissenschaftliche Exzellenz stärkt, Innovationen beschleunigt und neue Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Sachsen schafft“, würdigt Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann die bisherigen Arbeiten der Forschenden am THM in Freiberg.
Auch für die beiden beteiligten Fraunhofer-Institute hat sich der gemeinsame Standort zu einem wichtigen Innovationsmotor entwickelt.
Dr. Mareike Partsch, Standortleiterin des THM/IKTS betont: „Die Förderung hat es ermöglicht, neue Kompetenzen im Bereich nachhaltiger Energiematerialien aufzubauen und gemeinsam mit unseren Industriepartnern Lösungen für ressourcenschonende Energiespeicher zu entwickeln. Heute verfügen wir über ein leistungsfähiges Forschungsumfeld, das den Transfer in die industrielle Anwendung gezielt unterstützt.“
„Das THM verbindet für die Halbleitertechnologien exzellente Materialforschung mit anwendungsnaher Technologieentwicklung. Die enge Zusammenarbeit von IISB und IKTS ermöglicht es, Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette schneller in marktfähige Lösungen zu überführen“, ergänzt Prof. Johannes Heitmann, Standortleiter des THM/IISB.
Erfolgreicher Aufbau mit Blick auf die Zukunft
Die erste Förderphase hat den Grundstein für zahlreiche Forschungsprojekte und neue Kooperationen mit Unternehmen gelegt. Das Fraunhofer THM hat sich damit als leistungsfähige Forschungs- und Transferplattform für Hochleistungs- und Energiematerialien etabliert. Aufbauend auf den geschaffenen Strukturen wollen Fraunhofer IKTS und Fraunhofer IISB ihre Arbeiten künftig weiter ausbauen – insbesondere in den Bereichen Festkörper- und post-lithiumbasierte Batteriesysteme, datengetriebene Prozessoptimierung sowie Energiespeicher für kritische Infrastrukturen und Halbleitermaterialien für Anwendungen in der Leistungs- und Quantenelektronik. Darüber hinaus soll das THM als Innovations-Hub für Start-ups weiterentwickelt werden. Damit leistet der Standort Freiberg einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas sowie zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.
Förderhinweis
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
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Weiterführende Links
👉 www.ikts.fraunhofer.de
Foto: Fraunhofer IKTS