Unternehmertum

SAP: Von der Fertigungsebene bis zur Datenschicht – So definieren führende Unternehmen die Regeln der Agilität neu

24. August 2026. Die Herausforderung, vor der Unternehmenslenker heute stehen, ist nicht ein einzelner tiefgreifender Wandel, sondern das gleichzeitige Auftreten verschiedener umwälzender Veränderungen. Geopolitische Unsicherheiten verändern Lieferketten schneller, als sich Beschaffungszyklen anpassen lassen. Rechtliche Rahmenbedingungen gelten gleichzeitig über mehrere Rechtsräume hinweg. Energiekosten, Arbeitsmärkte und Kundenerwartungen bewegen sich in ihre jeweils eigene Richtung – und stehen oft in direktem Widerspruch zueinander. Die Frage, die mir branchen- und länderübergreifend am häufigsten gestellt wird, dreht sich im Kern immer um Folgendes: Wie bauen wir ein Unternehmen auf, das mit anhaltenden Turbulenzen umgehen kann, ohne dass seine operativen Abläufe darunter leiden?

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Symbolbild Agilität. Foto: Unsplash

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Meine Antwort darauf ist zunehmend dieselbe: Man kann permanente Störungen nicht reaktiv bewältigen. Man baut Systeme auf, die Entwicklungen autonom, in großem Maßstab und in Echtzeit vorhersehen, sich daran anpassen und die agieren können. Das ist heute mit Business AI möglich, wenn sie richtig in den digitalen Kern eines Unternehmens eingebettet ist. Und der deutlichste Beweis dafür stammt von unseren Kunden. Viele von ihnen haben kürzlich bei den Veranstaltungen unserer Kundenkonferenz SAP Sapphire von ihren beeindruckenden KI-Innovationsprozessen berichtet.

Daten sind die Grundlage, nicht Ergebnis nachträglicher Überlegungen

Der Weg von Ericsson ist lehrreich, weil sich das Unternehmen einer Wahrheit gestellt hat, gegen die sich viele Unternehmen noch sträuben. Esra Kocatürk Norell, Vice President für Customer Experience und Enterprise IT bei Ericsson, brachte es so auf den Punkt: „Sobald man KI skaliert, ist es kein KI-Problem mehr, sondern es wird zu einem Datenproblem.“

Diese Erkenntnis war ausschlaggebend für eine gezielte Investition in eine einheitliche Business Data Fabric. Ericsson entwickelte sie mit der SAP Business Data Cloud, einer verwalteten Architektur, mit der Daten an ihrem Speicherort beibehalten und Geschäftssemantik, Governance und Lebenszyklusrichtlinien gleichzeitig zentral verwaltet werden können.

Mehr als 85.000 Benutzer arbeiten nun produktiv auf der einheitlichen KI-Plattform Joule. Ericsson hat den Übergang von der Experimentierphase zur unternehmensweiten Nutzung zuversichtlich vollzogen. Das Unternehmen entwickelt sich parallel an zwei Schauplätzen: Es modernisiert das ERP-Backbone durch RISE with SAP und erschließt sich gleichzeitig KI-gestützte Potenziale in den Bereichen Entscheidungsfindung, Effizienz und neue Geschäftsmodelle.

Ericsson zeigt damit, dass der Weg zu vertrauenswürdiger, wiederholbarer KI über die Daten-Governance führt und dass der frühzeitige Aufbau dieser Grundlage einen strategischen Vorteil und keinen Kostenfaktor darstellt.

Vom digitalen Kern zur physischen Welt

Während Ericsson veranschaulicht, wie die KI-Transformation auf Ebene der Datenarchitektur aussieht, zeigt Martur Fompak International, ein weltweit führender Anbieter von Fahrzeugsitz- und Innenausstattungssystemen in der Automobilindustrie, wie sie in der Fertigung aussieht. Das Unternehmen hat ein autonomes intralogistisches Modell auf Basis von Joule mit KI-Funktionen der SAP eingeführt. Gemeinsam mit seinem Robotik-Partner Humanoid arbeitet es daran, KI-gestützte Roboter direkt in produktive Fertigungsabläufe zu integrieren.

Das System verknüpft Produktionssignale und geschäftlichen Kontext mit der autonomen physischen Ausführung. Unterstützt durch Materialdaten, Lagerorte, Sequenzplanung und Fertigungsprioritäten führen humanoide Roboter nun Materialflüsse in der gesamten Fertigungsumgebung aus. Dabei identifizieren, transportieren und liefern sie Materialien an die Fertigungslinie, während sie kontinuierlich Rückmeldungen an SAP-Systeme senden.

Bei der zugrunde liegenden Logik geht es darum, „kognitive Autonomie mit physischer Automatisierung zu kombinieren, um die Umsetzung zu transformieren, Entscheidungen zu beschleunigen und intelligente Unternehmensfunktionen im gesamten Unternehmen zu skalieren“, beschrieb es Özlem Altınışık, Group Intelligent Technologies Director bei Martur Fompak International.

Erste Ergebnisse zeigen einen höheren Durchsatz und weniger Fehler. Als zukünftiges Ziel wurde eine bis zu fünfmal höhere Arbeitseffizienz für die Massenfertigung definiert. Martur Fompak International war bei den SAP Innovation Awards 2026 der einzige Gewinner in der Kategorie „AI Excellence“. Das Unternehmen erhielt damit eine Anerkennung nicht nur für die Technologie, sondern auch für die Bereitschaft, Fabrikumgebungen neu zu gestalten.

Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und die intelligente Plattform

Prysmian, der weltweit führende Anbieter von Kabellösungen mit einem Umsatz von 20 Milliarden Euro und einer Geschäftstätigkeit in mehr als 50 Ländern, schlug einen anderen, nicht weniger wichtigen Weg ein. Das Unternehmen schloss seine Entwicklung zu einer KI-fähigen Cloud-Plattform durch RISE with SAP in nur vier Monaten ab. Anschließend nutzte es diese Grundlage, um mehr als 100 KI-Anwendungsfälle im gesamten Unternehmen umzusetzen. Die Ergebnisse sind messbar: 70 Prozent Automatisierung sich wiederholender Tätigkeiten, eine um 80 Prozent kürzere Implementierungszeit für neue Lösungen und eine Beschleunigung der Markteinführung neuer Produkte um 50 Prozent.

Was mich am Weg von Prysmian besonders beeindruckt, ist, wie das Unternehmen die Rolle der Unternehmenstechnologie neu definiert. Giovanni Cauteruccio, Konzern-CIO und Vorstand für Digitalisierung bei Prysmian, bezeichnete integrierte KI als „ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal, um die Implementierung von Lösungen zu beschleunigen und KI-Kenntnisse und die KI-Kultur im gesamten Unternehmen zu stärken“.

Mit anderen Worten: Die Plattform ist nicht einfach ein Datenspeichersystem, sondern ein Motor zum Aufbau von Fähigkeiten, der das Unternehmen im Laufe der Zeit intelligenter macht.

Architektur der Agilität

Zusammengenommen weisen diese drei Geschichten auf etwas hin, das größer ist als die Summe seiner Teile. Das autonome Unternehmen ist kein weit entferntes Ziel. Es wird derzeit von Unternehmen aufgebaut, die sich bewusst dazu verpflichtet haben, KI als grundlegendes Designprinzip und nicht als eine Funktion in ihren operativen Kern zu integrieren.

Möglich wird das durch das Zusammenspiel einer verwalteten Datengrundlage, einer intelligenten ERP-Plattform und von KI-Funktionen, die vom Desktop über die Fertigungslinie bis hin zur Lieferkette reichen. Wenn diese Elemente richtig integriert sind, gewinnen Unternehmen etwas, das kein noch so reaktives Management bieten kann: die Fähigkeit, schneller Erkenntnisse zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und zu handeln, als sich Störungen aufbauen können.

Ein gewisses Maß an Unsicherheit wird weiterhin bestehen. Die Unternehmen, die am besten damit umgehen werden, sind diejenigen, die heute Systeme aufbauen, mit denen sich Volatilität in Signale und Signale in Vorteile verwandeln lassen.

Manos Raptopoulos ist Global President des Bereichs Customer Success für Europa, den Nahen Osten und Afrika und Mitglied des erweiterten Vorstands der SAP SE.

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Weiterführende Links

👉 www.sap.com  

Foto: unsplash

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