Silicon Saxony

82.500 Beschäftigte in Mikroelektronik und Software – Sachsens Hightech-Sektor wächst gegen den Bundestrend

Dresden, 15. Juni 2026. High-Tech-Spitzentreffen in Dresden: Drei Tage lang treffen sich mehr als 2.000 internationale Vertreterinnen und Vertreter der Halbleiter- und Softwarebranche in Europas größtem Hightech-Cluster

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bei der Eröffnung der 20. Silicon Saxony Days | Bild: : ©Silicon Saxony, mio motion

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Sachsens Halbleiter- und Softwarebranche wächst gegen den Trend und schafft 1.500 neue Arbeitsplätze. Damit setzt Sachsens Hightech-Industrie ihren Wachstumskurs fort. Die Zahl der Beschäftigten im Mikroelektronik- und IKT-Sektor stieg zum Stichtag 30. September 2025 auf rund 82.500 Beschäftigte. 
Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 1.500 Arbeitsplätzen beziehungsweise knapp zwei Prozent. Das Wachstum verteilt sich dabei nahezu gleichmäßig auf die Halbleiterindustrie und die Softwarebranche. „Die Entwicklung zeigt, dass die Investitionen der vergangenen Jahre zunehmend Wirkung entfalten. Während viele Branchen weiterhin unter der schwachen Konjunktur leiden, wächst die Hightech-Industrie in Sachsen weiter und schafft hochwertige Arbeitsplätze“, erklärt Prof. Dr. Frank Schönefeld, Vorsitzender des Präsidiums von Silicon Saxony. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Lage. Während Deutschland wirtschaftlich auf der Stelle tritt, wächst Sachsens Mikroelektronik- und Softwareindustrie weiter und schafft zusätzliche Arbeitsplätze. Damit bestätigt die Branche ihre Rolle als einer der wichtigsten Wachstumsmotoren des Freistaates. „Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die langfristige Attraktivität des Standortes. Gleichzeitig stehen wir erst am Anfang einer neuen Wachstumsphase. Zahlreiche Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und technologischer Souveränität eröffnen zusätzliche Perspektiven für die kommenden Jahre“, so Schönefeld weiter. Die Prognose von mehr als 100.000 Beschäftigten bis zum Ende des Jahrzehnts bleibt aus Sicht des Clusters unverändert realistisch.

Wachstum getragen von Investitionswelle im Zulieferer-Mittelstand

Das Wachstum von 81.000 auf 82.500 Beschäftigte ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer breiter werdenden Investitionsdynamik im Silicon Saxony-Ökosystem. Neben den großen Fabrikprojekten investieren zunehmend auch mittelständische Unternehmen entlang der gesamten Halbleiterwertschöpfungskette in neue Standorte, Kapazitäten und Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Anbieter von Reinraum- und Fabrikinfrastruktur, Spezialgasen, Chemikalienversorgung, Messtechnik, Automatisierung, Robotik, Abgas- und Abwasserbehandlung sowie industrielle KI-Lösungen. Allein in den vergangenen 12 Monaten haben Unternehmen wie Air Liquide, Exyte, Sempa Systems, InSeCoTec (Teil des japanischen Murata Machinery-Netzwerkes), Mitutoyo Europe, MIC Marketech International Corp., Taiwan Puritic Corporation, Onto Innovation, SMC Corporation, EBARA Precision Machinery Europe, VOXCLEAN sowie Innowave Tech und weitere internationale Zulieferer ihre Präsenz in Sachsen ausgebaut oder neue Aktivitäten angekündigt. Die Investitionen zeigen, dass sich die Wachstumsimpulse längst nicht mehr auf die Chipfertigung selbst beschränken, sondern zunehmend das gesamte industrielle Ökosystem erfassen. „Die Entwicklung belegt, dass Silicon Saxony weit mehr ist als die Summe einzelner Fabriken. Rund um die großen Ansiedlungen wächst ein immer dichteres Netzwerk aus spezialisierten Technologieunternehmen, Zulieferern und Dienstleistern. Genau diese Breite der Wertschöpfung macht den Standort resilient und schafft zusätzliche Arbeitsplätze weit über die eigentliche Chipproduktion hinaus“, sagt René Reichardt, Geschäftsführer DAS Environmental Expert GmbH und Präsidium Silicon Saxony.

Silicon Saxony Days 2026 wachsen zum europäischen Hightech-Gipfel

Mit mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreichen die 20. Silicon Saxony Days 2026 eine neue Dimension. Erstmals findet die Veranstaltung über drei Tage statt und entwickelt sich damit zu einem der bedeutendsten Hightech-Treffen Europas. Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Start-up-Ökosystemen diskutieren aktuelle Entwicklungen rund um Halbleiter, Software, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation. Das neue Veranstaltungsformat fällt in diesem Jahr mit einem weiteren Jubiläum zusammen. Das Hightech-Cluster wurde am 19. Dezember 2000 gegründet und nutzt seinen Flagship-Event, um sein 25-jähriges Bestehen gemeinsam mit seinen Mitgliedern sowie der Branche zu feiern. „25 Jahre Silicon Saxony sind eine beeindruckende Erfolgsgeschichte für Sachsen, Deutschland und Europa. Aus einer starken regionalen Initiative ist eines der bedeutendsten Mikroelektronik- und IT-Cluster Europas entstanden, das heute nahezu die gesamte Wertschöpfungskette abbildet und international hervorragend vernetzt ist. Diese Entwicklung wurde durch den Unternehmergeist der Akteure, die Exzellenz unserer Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und die kontinuierliche politische Unterstützung des Freistaates Sachsen möglich. Wir werden die Weiterentwicklung von Silicon Saxony auch künftig verlässlich begleiten und aktiv mitgestalten. Denn Silicon Saxony schafft Innovationen, Wertschöpfung, qualifizierte Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven weit über die Branche hinaus“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.
  
Bild 1: Salah Nasri, CEO and Co-Founder, International Semiconductor Industry Group. Bild 2: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Pierre Chastanet, Head of the Unit for Microelectronics and Photonics, Europäische Kommission und Matthias Ecke, Mitglied des europäischen Parlaments, S&D-Group (v.l.n.r.) | Bilder: mio motion

Besondere internationale Aufmerksamkeit erfährt die Veranstaltung durch die Teilnahme von 14 Wirtschafts- und Innovationsdelegationen aus Europa, Nordamerika und Asien. Taiwan ist in diesem Jahr Special Partner der Silicon Saxony Days. Darüber hinaus treffen sich die Mitglieder der Silicon Europe Alliance in Dresden. Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding zwischen Sachsen und Finnland werden die internationalen Innovationsbeziehungen weiter vertieft. Ein weiterer Höhepunkt ist IPCEI Connect, das Vertreter zahlreicher europäischer IPCEI-Projekte und Akteure der europäischen Halbleiterwertschöpfungskette zusammenführt. Damit wird Dresden für mehrere Tage zu einem zentralen Treffpunkt der europäischen Mikroelektronik-Community. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Start-up Szene. Neben den aktuellen Teilnehmern des Ignite Next Programms präsentieren sich rund 75 weitere Startups sowohl im Rahmen der Robotics Challenge von Infineon als auch im Rahmen der Silicon Saxony Startup Awards, die dieses Jahr erstmalig verliehen werden.
„Die Silicon Saxony Days sind mehr als nur eine Branchenveranstaltung. Sie sind Ausdruck einer neuen Art der Zusammenarbeit. Technologische Souveränität, KI-Infrastrukturen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas lassen sich nicht allein in Brüssel gestalten. Sie entstehen dort, wo industrielle Kompetenz, Forschung und internationale Partnerschaften zusammenwachsen, beispielsweise in starken Regionen wie Silicon Saxony. Was uns auszeichnet, ist nicht nur das, was wir selbst aufgebaut haben, sondern auch die Art und Weise, wie wir es getan haben: im engen Schulterschluss mit Partnern auf regionaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene. Genau dieses Prinzip macht uns zu einem Vorbild und zu einem aktiven Treiber der europäischen Halbleiterpolitik. Wer über den EU Chips Act 2.0 spricht oder über die Zukunft der europäischen KI-Infrastruktur nachdenkt, kann oder besser sollte auf die Erfahrungen führender Cluster wie Silicon Saxony setzen. Denn hier wird nicht nur produziert, hier wird gestaltet“, sagt Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, des globalen Wettlaufs um KI-Infrastrukturen und der Diskussion um einen künftigen EU Chips Act 2.0 gewinnt die Rolle Europas führender Halbleitercluster weiter an Bedeutung. Sachsen profitiert dabei von einer einzigartigen Kombination aus industrieller Fertigungskompetenz, exzellenter Forschung, wachsender Softwarekompetenz und einer hohen internationalen Vernetzung. „Wer über Europas Wettbewerbsfähigkeit, Künstliche Intelligenz und technologische Souveränität spricht, muss auch über Halbleiter und Software sprechen. Und wer über Halbleiter und Software spricht, kommt an Silicon Saxony nicht vorbei“, so Bösenberg.

Nachhaltigkeit wird zum strategischen Wettbewerbsfaktor der Elektronikindustrie

Neben Halbleitern, Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung rückt auch Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus der Elektronikindustrie. Mit dem von Hüthig Medien organisierten Sustainability Gate schaffen die Silicon Saxony Days 2026 erstmals eine Plattform für den Austausch über Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Produktdesign und die Reduzierung von Elektronikabfällen. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologiepartner diskutieren dabei konkrete Ansätze für eine nachhaltigere Elektronikwertschöpfung. „Nachhaltigkeit entwickelt sich zunehmend zu einem Innovations- und Wettbewerbsfaktor für die Elektronikindustrie. Mit dem Sustainability Gate schaffen wir eine Plattform, auf der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologiepartner konkrete Lösungsansätze und Best Practices diskutieren können. Denn langfristig werden wirtschaftlicher Erfolg, technologische Innovation und Nachhaltigkeit immer stärker zusammen gedacht werden müssen“, sagt Petra Gottwald, Chefredakteurin Elektronik bei Hüthig Medien. Die Bandbreite reicht von nachhaltigem Elektronikdesign über zirkuläre Wertschöpfungsmodelle bis hin zu konkreten Best Practices aus Entwicklung, Produktion und Lieferkette. Damit unterstreichen die Silicon Saxony Days den Anspruch, nicht nur technologische Innovationen, sondern auch die nachhaltige Transformation der europäischen Elektronikindustrie aktiv mitzugestalten.
Ergänzt wird das Sustainability Gate durch das von DAS Environmental Expert organisierte Zero Emissions Fab Gate. Während beim Sustainability Gate Nachhaltigkeit entlang der gesamten Elektronikwertschöpfungskette diskutiert wird, richtet sich der Fokus des Zero Emissions Fab Gate gezielt auf die Herausforderungen moderner Halbleiterfabriken. Internationale Expertinnen und Experten aus Halbleiterfertigung, Anlagenbau und Umwelttechnologie diskutieren praxisnahe Lösungen für Emissionsminderung, Wasserwiederverwendung, Ressourceneffizienz und den zuverlässigen Betrieb künftiger Hightech-Fabriken. Themen reichen von Abgas- und Abwasserbehandlung über nachhaltige Infrastrukturen bis hin zu resilienten Wasserkonzepten für die nächste Generation von KI- und Halbleiterfabriken. 

Zahlen / Daten / Fakten im Überblick:

2021 2022 2023 2024 2025 Wachstum in Prozent
(im Vergleich zum Vorjahr)
Mikroelektronik & IKT in Sachsen
(Beschäftigte insgesamt)

73.000  76.100 81.000   81.000  82.500 +1,85 %
Software-Branche 36.613  39.249 40.011 40.000 40.847 +2,12 %
Quellen: Zahlen erhoben durch das SMWA (2011, 2013, 2015, 2017, 2019) sowie durch Silicon Saxony (2012, 2014, 2016, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024,2025) unter Verwendung von Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen bzw. der Arbeitsagentur Sachsen (2011-2025), Beschäftigte am 30. September des jeweiligen Jahres.

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Über SILICON SAXONY

Der Silicon Saxony ist mit über 700 Mitgliedern das größte Hightechnetzwerk Sachsens und eines der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Deutschlands sowie Europas. Als eigenfinanzierter Verein verbindet Silicon Saxony seit seiner Gründung im Jahr 2000 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen/Universitäten, Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen sowie branchenrelevante Startups am Wirtschaftsstandort Sachsen und darüber hinaus. Übergeordnete Ziele der Netzwerkarbeit sind u.a. der Ausbau sowie die Stärkung des führenden Mikroelektronikstandortes Europas als auch das Vorantreiben der parallel verlaufenden Entwicklung hin zu einem Softwareland Sachsen.

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Bildmaterial 

Bilder stehen ab 15. Juni 2026, 13.30 Uhr zum Download bereit. 

Die Verwendung für Medien ist kostenlos. Bildnachweis: © Silicon Saxony, mio motion

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