
Lernen an echten Herausforderungen
YETI ist ein Entrepreneurship-Fellowship für Studierende unterschiedlicher Hochschulen und Fachrichtungen. Über drei Semester lernen die Fellows – die Yetis – unternehmerisches Denken vor allem durch das Machen.
Ein zentraler Bestandteil des zweiten Semesters sind Industrieprojekte. Unternehmen bringen reale Herausforderungen ein, die von interdisziplinären Teams über sechs Monate bearbeitet werden. Die Yetis sprechen mit Nutzern, entwickeln Lösungsansätze, testen Hypothesen und validieren ihre Konzepte gemeinsam mit dem Industriepartner.
Wie weit das führen kann, zeigt das gemeinsame Projekt mit Infineon.
Eine Herausforderung aus der Fab
Das fünfköpfige YETI-Team startete mit einer anspruchsvollen Fragestellung: Wie könnte eine Lösung zur Remote-Instandhaltung von OHT-Systemen im Reinraum aussehen, die die Mitarbeitenden in der Fab bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt?
Beim Kick-off saßen zunächst zwei Vertreter von Infineon mit am Tisch. Es folgten sechs Monate mit Interviews, Tests und Validierung direkt in der Fab. Entscheidend war dabei immer die Frage: Was hilft den Menschen vor Ort tatsächlich?
Wie sehr das Interesse innerhalb des Unternehmens während dieser Zeit wuchs, zeigte die Abschlusspräsentation Ende Februar: Aus zwei Infineon-Vertretern beim Kick-off waren rund 15 Menschen geworden, die vor Ort und remote die Ergebnisse des Teams verfolgten.
Ein Kollege aus dem Reinraum brachte die Entwicklung besonders schön auf den Punkt:
„Am Anfang habe ich mich gefragt, was das nun hier wieder sein soll. Aber mittlerweile stehe ich absolut hinter der Lösung und bin bereit, auch in Zukunft zu unterstützen, dass hier Realitäten entstehen.“
Aus dem YETI-Projekt wird eine Gründungsidee
Mit der Abschlusspräsentation hätte die Geschichte enden können. Zwei Yetis aus dem Team entschieden sich jedoch, die Ergebnisse im dritten YETI-Semester weiterzuverfolgen.
Infineon möchte die entwickelte Lösung perspektivisch nutzen, kann das dahinterstehende Geschäftsmodell jedoch selbst nicht weiter ausbauen. Mit dem Rückenwind des Industriepartners machten die beiden deshalb weiter – und holten sich einen dritten Co-Founder ins Team, um aus dem Projekt eine Gründung zu entwickeln.
Die nächsten Meilensteine ließen nicht lange auf sich warten: Im Incubator der boOst Startup Factory entwickelte das Team sein Vorhaben weiter und wurde beim boOst Demo Day mit der „Best VC Story“ ausgezeichnet. Gleichzeitig entstanden wertvolle neue Kontakte zu Industrie und Investoren.
Und auch der erste Pilotkunde steht bereits fest. Wie könnte es anders sein: Infineon. Gemeinsam wird nun weiter an der Lösung gearbeitet.
Eure Herausforderung. Unser nächstes YETI-Team?
Nicht jedes YETI-Industrieprojekt muss in einer Gründung enden. Aber jedes bietet die Chance, eine reale Herausforderung sechs Monate lang von einem interdisziplinären Team mit frischem Blick und unternehmerischen Methoden bearbeiten zu lassen.
Unternehmen gewinnen neue Perspektiven, Zugang zu unternehmerisch denkenden Talenten und die Möglichkeit, Ideen außerhalb der eigenen Strukturen zu entwickeln und zu validieren. Die Yetis wiederum lernen Entrepreneurship dort, wo es besonders spannend wird: an realen Problemen, mit realen Nutzer und unter realen Bedingungen.
Ihr habt eine Herausforderung, bei der ein frischer Blick von außen helfen könnte? Dann werdet Industriepartner von YETI und macht eure Fragestellung zum nächsten Industrieprojekt.
Vielleicht endet es nach sechs Monaten mit einer richtig guten Lösung. Vielleicht beginnt dort aber auch erst die eigentliche Geschichte.
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Weitereführende Links
👉 https://yeti-dresden.org/
👉 https://www.infineon.com/de/regional/dresden
Foto: Yeti