Mikroelektronik

Infineon: Weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern in Europa errichtet

27. Oktober 2026. Die Infineon Technologies AG baut die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid (GaN)-Leistungshalbleiter der neuesten Generation auf 300-Millimeter-Wafern auf. Im Rahmen des Projekts investiert Infineon bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro in bestehende Reinraumflächen am Standort Villach. Die gleichzeitige Nutzung der vorhandenen sowie modernisierten Infrastruktur ermöglicht einen besonders effizienten und kosteneffektiven Ausbau der Fertigungskapazitäten. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. Mit dieser Investition adressiert Infineon die stark wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen Stromversorgungslösungen. Galliumnitrid ermöglicht erhebliche Effizienzsteigerungen in zahlreichen Applikationen wie KI-Rechenzentren, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität, Robotik und Konsumentenelektronik.

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Infineon ist führend im Bereich der Galliumnitrid-Leistungselektronik. Mit der erfolgreichen Prozessierung der weltweit ersten 300-Millimeter-Galliumnitrid-Wafer setzte Infineon vor zwei Jahren einen technologischen Meilenstein. Die Chip-Produktion auf 300-Millimeter-Wafern ist fortschrittlicher und wesentlich effizienter als auf 200-Millimeter-Wafern, da der größere Wafer-Durchmesser die 2,3-fache Menge an Chips pro Wafer ermöglicht. Mit der heute angekündigten Investition überführt Infineon diese Technologie nun in die weltweit erste Hochvolumenfertigung zur Belieferung von Kunden.

„Diese substanzielle Investition ist unser klares Bekenntnis zur Stärkung des europäischen Halbleiter-Ökosystems und der technologischen Souveränität Europas. Mit der Errichtung der 300-Millimeter-Hochvolumenfertigung bringen wir Galliumnitrid-Leistungselektronik als erstes Unternehmen weltweit in die Volumenfertigung“, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender Infineon Technologies AG. „Damit ebnen wir den Weg für den flächendeckenden Einsatz von Galliumnitrid in einer Vielzahl an Schlüsselanwendungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität und Robotik. Diese neue und hochmoderne Fertigung übersetzt Innovationsführerschaft in unmittelbaren Kundennutzen.“

Christian Stocker, Bundeskanzler der Republik Österreich: „Mit dem Milliarden-Investment von Infineon erleben wir eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der österreichischen Hightech-Industrie. Das ist nicht nur ein starkes Bekenntnis zu unserem Wirtschaftsstandort, sondern stellt auch sicher, dass die Zukunft der Halbleiterindustrie nicht nur in Asien oder Amerika entschieden wird, sondern auch in Österreich und Europa. Damit entsteht in Villach eine weltweit einzigartige Produktion für eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien der Zukunft. Das stärkt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und sichert heimische Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Denn Österreich ist zwar kein Land mit unendlich vielen Bodenschätzen, aber ein Land mit unendlich vielen Talenten. Unsere Spitzenforschung setzt internationale Maßstäbe und Unternehmen wie Infineon zeigen Tag für Tag, wie Innovation made in Austria funktioniert. Auf genau diesen Stärken wollen wir mit unserer Industriestrategie aufbauen, um bis 2035 wieder zu den zehn führenden Industrienationen der Welt zu gehören.“

Wolfgang Hattmannsdorfer, Wirtschaftsminister der Republik Österreich: „Chips sind für die Wirtschaft von morgen so wichtig wie Öl für die Wirtschaft von gestern. Europa steht derzeit nur für rund zehn Prozent der weltweiten Chipproduktion. Für mich ist daher klar: Wir müssen diese Schlüsseltechnologie auch in Europa produzieren. Österreich ist bei energieeffizienten Chips bereits führend. Gemessen an unserer Bevölkerungsgröße liegen wir bei den Ausgaben für betriebliche Forschung im Halbleiterbereich EU-weit auf Platz eins. Diesen Vorsprung wollen wir mit unserer Industriestrategie ausbauen und neue Technologien nicht nur erforschen, sondern auch im industriellen Maßstab produzieren. Davon profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort: Auf einen Arbeitsplatz in der Chipindustrie können rechnerisch sechs weitere Arbeitsplätze in der Wirtschaft kommen. Deshalb wollen wir die neue Chipproduktion von Infineon mit bis zu 319 Millionen Euro unterstützen – mit klaren Förderkriterien für den Standort. So stellen wir sicher, dass öffentliche Mittel langfristig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich stärken.“

Die Investition in diese weltweit neuartige Zukunftstechnologie wird im Rahmen des European Chips Acts gefördert. Die Europäische Kommission genehmigte staatliche Fördermittel in Höhe von 319 Millionen Euro. Die formelle Förderzusage durch das zuständige österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus wird im Rahmen der gesetzten Fristen erwartet. Mit der Genehmigung der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus ermöglicht die Europäische Kommission nicht nur den Ausbau von Fertigungskapazitäten in Europa, sondern ermöglicht auch positive Effekte in angrenzenden Bereichen – etwa durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen oder den besseren Zugang von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen zu innovativen Technologien und Produkten.

„Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität entstehen dort, wo aus exzellenter Forschung industrielle Wertschöpfung wird. Genau hier setzen wir mit unserem Leuchtturmprojekt an: Wir bringen aus Österreich heraus Innovation in die industrielle Anwendung, stärken unsere technologische Führungsrolle und sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze. Mikroelektronik ist dabei eine Schlüsselindustrie mit enormer Hebelwirkung für Wirtschaft und Gesellschaft. Davon profitiert das gesamte österreichische Halbleiter-Ökosystem – von Forschungsorganisationen und Universitäten bis zu industriellen Partnern. So stärken wir nachhaltig Europas Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie in der Mikroelektronik“, betont Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG.

Die Investition stärkt die Rolle von Villach als globales Kompetenzzentrum für Leistungselektronik und neue Halbleitermaterialien. Infineon Austria beschäftigt heute rund 5.800 Mitarbeiter*innen, davon etwa 4.800 am Standort Villach[1]. Gemeinsam mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Industriepartnern bildet Infineon das Herzstück eines international sichtbaren Mikroelektronik-Ökosystems im Süden Österreichs. Durch den Aufbau der neuen 300-Millimeter-GaN-Fertigung entstehen auch positive Wechselwirkungen durch die in Villach ebenfalls angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Leistungselektronik.

Galliumnitrid ist ein modernes Halbleitermaterial, das Strom deutlich effizienter schalten und umwandeln kann. Dadurch entstehen kleinere, leistungsfähigere und energieeffizientere elektronische Systeme mit geringeren Energieverlusten und weniger Wärmeentwicklung.

Analysten erwarten, dass der Markt für GaN-Leistungshalbleiter 2031 rund dreieinhalb Milliarden Dollar beträgt – ein Zuwachs von rund 35 Prozent jährlich zwischen 2025 und 2031.[2]

[1] Geschäftsjahr 2025, Stichtag 30. September 2025
[2] Yole Group: Power GaN 2026 report. https://www.yolegroup.com/product/report/power-gan-2026/ 

Über Infineon 

Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und das Internet der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung und Digitalisierung voran. Das Unternehmen hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte (Ende September 2025) und erzielte im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro.

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Weiterführende Links

👉 www.infineon.com  

Foto: Infineon

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