Silicon Saxony

#58: Globalfoundries und Renesas vereinbaren Zusammenarbeit, Infineon, BMW und das „Heart of Joy“, Updates zu Nexperia

Außerdem: Meta sichert sich Millionen Nvidia-KI-Chips, Ehemalige Altera CEO steigt in französisches Startup Vsora ein, Zahlen, Daten, Fakten: Veröffentlichungen vom ifo und vom statistischen Landesamt Sachsen

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Die wichtigsten News, Trends und Entwicklungen der nationalen und internationalen Halbleiterindustrie – kompakt, prägnant und verständlich aufbereitet. Das ist „What’s Chippening“, der News-Podcast aus dem Herzen der europäischen Mikroelektronik, dem Silicon Saxony.

In der Folge vom 20. Februar 2025 (aufgezeichnet am 19. Februar, 14:45 Uhr) geht es um diese Themen:

Globalfoundries und Renesas vereinbaren Zusammenarbeit

GlobalFoundries und Renesas Electronics weiten ihre Zusammenarbeit aus und schließen eine mehrjährige, milliardenschwere Fertigungspartnerschaft. Renesas erhält dadurch breiteren Zugang zu Fertigungstechnologien und Kapazitäten von GlobalFoundries; erste Entwicklungsmeilensteine in Form von Tape-outs sind für Mitte 2026 vorgesehen. Ziel ist es, die Versorgung mit Chips für stark nachgefragte Anwendungen, insbesondere im Automobilbereich, abzusichern.

Renesas ist dabei nicht nur ein Chipdesigner, sondern ein sogenannter Hybrid-IDM: Das Unternehmen produziert bestimmte Bauteile selbst, nutzt aber für hohe Stückzahlen und fortschrittlichere Knoten auch Foundry-Partner. In den Unterlagen zur Markteinordnung werden Renesas, Infineon, NXP, STMicroelectronics und Microchip als zentrale Player im Automotive-MCU-Umfeld genannt. In der Partnerschaft ist zudem vorgesehen, die Produktion perspektivisch auch über weitere Standorte von GlobalFoundries auszurollen, darunter Deutschland, Singapur und über Fertigungspartner auch China.

Welche Bedeutung diese Partnerschaft für die Marktpositionierung beider Unternehmen hat, ordnen Frank und Julia in der Folge ein.

👉 GlobalFoundries und Renesas erweitern Partnerschaft – GlobalFoundries

👉 Automotive-Markt- und Technologieeinordnung – Infineon Präsentation

Infineon, BMW und das „Heart of Joy“

Infineon und die BMW Group wollen gemeinsam die Basis für softwaredefinierte Fahrzeuge der „Neuen Klasse“ schaffen. In der Plattformarchitektur sind vier zentrale Recheneinheiten („Superbrains“) vorgesehen, die Rechenleistung für Kernfunktionen bündeln, Software von Hardware entkoppeln und Over-the-Air-Updates ermöglichen. Für die Fahrdynamiksteuerung kommt dabei ein Hochleistungscomputer zum Einsatz, der auf einem AURIX TC4D-Mikrocontroller und BRIGHTLANE-Ethernet basiert.

Die Pressemeldung ordnet die Lösung in eine neue E/E-Architektur ein, also das Zusammenspiel von Elektrik und Elektronik im Fahrzeug. Ziel ist eine leistungsfähige, zugleich effiziente und flexible Fahrzeugplattform, die sich für unterschiedliche Modellvarianten skalieren lässt. Für Funktionen des automatisierten Fahrens wird zudem ein eigenes Superbrain genannt, das auf Snapdragon Ride SoCs basiert.

Welche Rolle Infineon als IDM und Technologielieferant in dieser Architektur einnimmt und wie sich das Zusammenspiel von Chipdesign, Fertigung und Automobilhersteller gestaltet, ordnen Frank und Julia in der Folge ein.

👉 Infineon und BMW: Kooperation für softwaredefinierte Fahrzeuge – Pressemeldung

Updates zu Nexperia

Im Fall Nexperia stehen erneut Lieferketten, Eigentümerstrukturen und politische Interessen im Fokus. Invest International unterstützt Nexperia mit einem Kredit über 60 Millionen Euro, um die Chipproduktion auszubauen. Parallel dazu zeigen mehrere Veröffentlichungen unterschiedliche Perspektiven auf den laufenden Streit um das Unternehmen und seine Kontrolle.

Nexperia betont in einer Stellungnahme, ein niederländisches Unternehmen zu sein, das unabhängig agiert und zur europäischen Resilienz beiträgt. In chinesischen Darstellungen wird dagegen argumentiert, wirtschaftliche Fragen würden politisch beeinflusst; der chinesische Botschafter forderte die Niederlande öffentlich auf, das Verfahren zurückzuziehen. Ein weiterer Bericht beleuchtet den Fortgang des Gerichtsverfahrens und die Konsequenzen, die sich daraus für die Unternehmensführung und die Produktionsstruktur ergeben.

Welche Folgen das für betroffene Industrien und für die europäische Lieferkettensicherheit haben kann, ordnen Frank und Julia in der Folge ein.

👉 Invest International unterstützt Nexperia mit 60-Millionen-Euro-Kredit – Reuters

👉 Update zu Unternehmensentwicklungen – Nexperia

👉 Beijing upset as Dutch court blocks Wingtech bid – Asia Times

👉 China presses Netherlands to drop Nexperia court case – Bits & Chips

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Kurz-News

Meta sichert sich Millionen Nvidia-KI-Chips

Meta schließt eine langfristige Partnerschaft mit Nvidia und will in den kommenden Jahren KI-Chips im Wert von dutzenden Milliarden US-Dollar beziehen. Im Fokus stehen aktuelle Blackwell- und kommende Rubin-Generationen. In der Berichterstattung wird zudem thematisiert, dass Meta parallel eigene KI-Beschleuniger entwickelt, diese jedoch bislang vor allem ergänzend einsetzt.

👉 Meta bestellt für dutzende Milliarden US-Dollar Chips bei Nvidia – heise.de

👉 The World’s Data Centers by Country (2026) – Visual Capitalist

Ehemalige Altera CEO steigt in französisches Startup Vsora ein

Sandra Rivera, ehemalige CEO von Altera, ist als Vorstandsvorsitzende beim französischen KI-Chip-Startup Vsora eingestiegen. Vsora entwickelt Inferenzchips für Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und Edge-Anwendungen und plant die Markteinführung eines eigenen Inferenzchips im Jahr 2026. Die Personalie wird als Stärkung des Startups durch langjährige Industrieerfahrung eingeordnet.

Rivera bringt mehr als 30 Jahre Branchenerfahrung mit, darunter zwei Jahrzehnte bei Intel. In dieser Zeit war sie unter anderem in Führungsrollen rund um Data Center und AI tätig und leitete Altera im Zuge der Ausgliederung.

👉 Former Altera CEO Rivera joins French AI chip startup Vsora – EE Times

👉 Europe has the Technology to Build AI Gigafactories Now – Novarion

Zahlen, Daten, Fakten: Veröffentlichungen vom ifo und vom statistischen Landesamt Sachsen

Eine ifo-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Europa in der Chipforschung zunehmend an Anschluss verliert, insbesondere bei Technologien unterhalb von 10 Nanometern. Grundlage sind Patent-Auswertungen, die den Zeitraum 2000 bis 2021 abdecken. Ergänzend wird auf einen Policy Brief verwiesen, der mit anderen Datenquellen ähnliche Fragestellungen bis 2022 betrachtet.

Zusätzlich wird eine Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes Sachsen zum Halbleiterstandort „Silicon Saxony“ eingeordnet. In der Diskussion steht dabei, welche Teile der Wertschöpfungskette in der Statistik erfasst werden und wie sich daraus abgeleitete Beschäftigtenzahlen interpretieren lassen.

👉 ifo-Studie: Europa verliert zunehmend Anschluss in der Chip-Forschung

👉 Who is developing the chips of the future? RELOADED – interface

👉 Silicon Saxony – Statistik Sachsen

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