Außerdem in dieser Folge: Neues von GlobalFoundries, Infineon und Rapidus; imec in Katar & STIPT-Programm der TU Dresden sowie Personaländerungen bei SIA und Jenoptik
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Außerdem in dieser Folge: Neues von GlobalFoundries, Infineon und Rapidus; imec in Katar & STIPT-Programm der TU Dresden sowie Personaländerungen bei SIA und Jenoptik
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Die wichtigsten News, Trends und Entwicklungen der nationalen und internationalen Halbleiterindustrie – kompakt, prägnant und verständlich aufbereitet. Das ist „What’s Chippening“, der News-Podcast aus dem Herzen der europäischen Mikroelektronik, dem Silicon Saxony.
Halbleiterförderung: Chips Act 2 – Empfehlungen, IPCEI-AST & Onsemi
Im ersten Teil der Folge geht es um die nächste Ausbaustufe des European Chips Act und die Frage, wie Europa seine Halbleiterpolitik nachjustieren muss. Silicon Saxony hat hierfür fünf Kernempfehlungen formuliert, die im Podcast besprochen werden. Zu diesen gehören: mehr Verzahnung von Forschung (Säule 1) und Fertigung (Säule 2), flexiblere Ausgestaltung industrieller Projekte, eine aktivere Nutzung der öffentlichen Einkaufsmacht, mehr Transparenz in der Governance sowie eine strategische Abstimmung mit Blick auf internationale Abhängigkeiten – etwa bei Rohstoffen oder Speicher-Chips. Diskutiert wird außerdem, ob das japanische Rapidus-Modell als Benchmark für Europa taugt.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem neuen Großförderprogramm IPCEI AST („Advanced Semiconductor Technologies“), das neuartige Halbleiter-Schlüsseltechnologien in die erste industrielle Nutzung bringen soll. In der Folge wird erläutert, wie das Instrument funktioniert und welche Chancen es im Prozess für kleinere Unternehmen gibt. Hierbei spielt auch der enge Zeitplan – Informationsveranstaltung Anfang Dezember, Skizzeneinreichung bis 15. Januar 2026 – eine Rolle.
Konkreter wird es schließlich am Beispiel von Onsemi: Die EU-Kommission hat Beihilfen in Höhe von 450 Millionen Euro im Rahmen des EU CHips Acts genehmigt, mit denen Tschechien eine neue integrierte SiC-Power-Fab unterstützt. Diese deckt die gesamte Kette von der Kristallzucht über Wafer und Chips bis zu fertigen Bauteilen ab und gilt als „first-of-a-kind“-Anlage in der EU. Frank und Julia ordnen das ein.
👉 Commission approves €450 million Czech State aid for Onsemi’s new semiconductor manufacturing facili
👉 Informationsveranstaltung: IPCEI Advanced Semiconductor Technologies (IPCEI AST) – Silicon Saxony
👉 SEMI_Chips_Act_Report_Full_Report.pdf
Startup-News von SpiNNcloud, Alixlabs, Spacetek und Moore Threads
Im zweiten großen Block stehen junge Unternehmen im Mittelpunkt – von europäischer Technologiesouveränität bis zur chinesischen GPU-Offensive. Ausgangspunkt ist die Zusammenarbeit von SpiNNcloud und Clever Cloud: Eine gehirninspirierte Rechnerarchitektur aus Dresden trifft auf eine europäische Cloud- und Hosting-Plattform mit Kunden in über 120 Ländern. Ziel ist eine europäische KI-Rechenplattform, bei der sich Unternehmen Rechenleistung und KI-Dienste wie Sprachmodelle verbrauchsabhängig („Token as a Service“) einkaufen können – deutlich günstiger und energieeffizienter als in vielen heutigen Infrastrukturen. Diskutiert werden unter anderem die Effizienzgewinne (bis zu Faktor 17 mit aktuellen SpiNNcloud-Systemen, perspektivisch Faktor 80 mit SpiNNext), die Rolle solcher Kooperationen für die digitale Souveränität Europas sowie die Frage, wie konkret die angekündigte „breite Partnerschaft“ bereits ist.
Spacetek Technology wird als Beispiel für ein europäisches Deeptech-Startup eingeordnet, das Prozesskontrolllösungen (Time-of-Flight-Residual-Gas-Analyser) für modernste Halbleiterfabriken liefert und nun mit 9,6 Millionen Schweizer Franken frisches Kapital sowie Standorte in den USA und Südostasien aufbaut. Die Folge beleuchtet, ob solche Internationalisierungsschritte vor allem ein Zeichen globaler Wettbewerbsfähigkeit sind oder ob europäische Unternehmen faktisch gezwungen sind, für Skalierung und Marktzugang sehr früh außerhalb Europas zu wachsen.
Mit AlixLabs rückt eine Fertigungstechnologie in den Fokus, die etablierte Lithografieprozesse schlanker machen soll: Die Atomic Layer Etching Pitch Splitting (APS™)-Technologie verspricht weniger Lithografieschritte, geringere Kosten und höhere Ausbeute – nicht als vollständiger Ersatz von EUV, sondern als Ergänzung, die auch bei künftigen High-NA-Generationen relevante Spielräume schaffen könnte.
Abgerundet wird der Block durch Moore Threads: Das 2020 gegründete chinesische GPU-Unternehmen, geführt von einem ehemaligen Nvidia-China-Chef, hat in kurzer Zeit vier GPU-Generationen auf den Markt gebracht und plant einen milliardenschweren Börsengang. In der Folge wird besprochen, wie groß der technologische Abstand zu Nvidia und AMD aktuell noch ist, welche Rolle staatliche Industriepolitik und Exportkontrollen spielen und ob sich hier tatsächlich eine ernsthafte Konkurrenz aufbaut oder eher ein nationaler GPU-Champion für den chinesischen Markt etabliert.
👉 Asia Techonomics: Chinas Antwort auf die US-Prozessoren von Nvidia und AMD
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Neues von GlobalFoundries, Infineon und Rapidus
In den Unternehmens-Kurznews geht es zunächst um GlobalFoundries: Nach der angekündigten Übernahme von AMF folgt nun auch der Deal mit dem Photonik-Designhaus Infinilink. GlobalFoundries stärkt damit seine Position als „pure play“-Foundry, die nicht nur Fertigungskapazitäten, sondern komplette Lösungen inklusive Design-Know-how anbieten kann – insbesondere im Bereich integrierter Photonik für Rechenzentren und Hochgeschwindigkeitsverbindungen.
Zweite Meldung: Infineon und AMD haben erfolgreich demonstriert, dass ein 64-Megabit-HyperRAM™-Speicher von Infineon mit dem AMD Spartan UltraScale+ FPGA SCU35 Evaluation Kit reibungslos zusammenarbeitet. Hinter der technisch klingenden News verbirgt sich ein wichtiges Signal für kompakte, energieeffiziente Edge-Systeme – etwa in Industrie, Kameratechnik oder IoT-Anwendungen –, bei denen FPGAs und spezialisierte Speicherbausteine flexibel kombiniert werden.
Schließlich rückt Rapidus erneut in den Fokus: Das japanische Unternehmen plant eine zweite Fab in Hokkaido für 1,4-nm-Technologie und überspringt damit gleich mehrere Zwischenschritte. In der Folge wird eingeordnet, wie ambitioniert dieser Zeitplan ist und warum trotz aller Schlagzeilen letztlich entscheidend sein wird, ob Rapidus langfristig ausreichend Volumenkunden gewinnt.
👉 Rapidus Reportedly Eyes 2029 1.4nm Production with 2nd Hokkaido Fab to Catch Foundry Giants
imec in Katar & STIPT-Programm der TU Dresden
In den Forschungsnews wird zunächst ein Blick nach Katar geworfen: imec baut dort einen neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort auf und treibt damit die internationale Expansion weiter voran. Das Emirat wiederum nutzt die Kooperation, um seine von Öl und Gas geprägte Volkswirtschaft in Richtung Wissensökonomie zu transformieren. Der neue Hub soll schrittweise wachsen und bis 2030 rund 100 Beschäftigte in Management, Forschung und Supportfunktionen umfassen.
Zweites Thema ist das Semiconductor Talent Incubation Program (STIPT) der TU Dresden: Das Programm ermöglicht Studierenden mehrwöchige Aufenthalte in Taiwan mit Einblicken in modernste Halbleiterproduktion und -forschung. Neu ist, dass mittlerweile Studierende von rund 40 Hochschulen in ganz Deutschland teilnehmen können – darunter 13 sächsische Universitäten und Hochschulen, aber auch große Technische Universitäten wie Aachen oder München.
👉 New regional R&D hub strengthens imec’s global presence | imec
Personaländerungen bei SIA und Jenoptik
Zum Schluss geht es um Personalien an der Spitze zweier wichtiger Akteure der Halbleiter- und Photonikbranche. In den USA übernimmt AMD-Chefin Dr. Lisa Su den Vorsitz der Semiconductor Industry Association (SIA). Die SIA bündelt die Interessen der großen US-Chipunternehmen und ist eine zentrale Stimme in Fragen von Industriepolitik, Exportkontrollen, Steuern, Forschungsförderung und Fachkräftesicherung.
Bei Jenoptik kündigt CEO Dr. Stefan Traeger seinen Abschied zum Jahresende an. Er hat den Konzern seit 2017 deutlich in Richtung Photonik und Halbleiterausrüstung ausgerichtet. Nun wird eine Nachfolge gesucht, während über die Hintergründe seines Abgangs öffentlich spekuliert wird.
👉 Dr. Stefan Traeger leaves Jenoptik | Jenoptik USA
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Zur Folge
👉 Folge bei Apple Podcasts hören
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🎧 „What’s Chippening“ erklärt die wichtigsten News aus der Welt der Mikroelektronik. Wenn ihr uns unterstützen wollt, lasst uns eine Bewertung oder ein Abo da. Schickt uns Feedback und Themenwünsche an redaktion@silicon-saxony.de.
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