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Offizieller Start des Forschungsprojekts Bio-LSP – Laser-Speckle-Photometrie und KI verbessern die Saatgutprüfung

Dresden, 18. September 2025 – Heute fällt der Startschuss für das FuE-Verbundvorhaben BioLSP („Saatgutprüfung aus Daten der Laser-Speckle-Photometrie“), das die Saatgutprüfung revolutionieren soll. Erstmals kann die Keimfähigkeit von Saatgut berührungslos, zerstörungsfrei und in Echtzeit mittels Laser-Speckle-Photometrie bestimmt werden – ein innovativer Ansatz, der Saatgutzüchtern, Prüfstellen und Landwirten enorme Zeit- und Effizienzgewinne verspricht.

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Gesundes Saatgut mit hoher Keimfähigkeit ist die Grundlage für eine produktive Landwirtschaft. Nach dem Standard der International Seed Testing Association (ISTA) dauern Keimfähigkeitstests jedoch bisher bis zu 14 Tage. Gerade bei Wintergetreidearten wie Wintergerste, Wintertriticale, Winterroggen und Winterweizen ist diese Wartezeit problematisch, weil zwischen Ernte und Aussaat nur ein sehr kurzes Zeitfenster liegt. Das Verbundprojekt BioLSP setzt genau hier an: Mit Laser-Speckle-Photometrie soll die Keimrate künftig innerhalb von 24 Stunden zuverlässig ermittelt werden. Das neuartige Verfahren ermöglicht eine schnelle und berührungslose Keimfähigkeitsprüfung des Saatguts direkt nach der Ernte. Im Projekt wird dafür ein Sensorsystem entwickelt, das unter industriellen Bedingungen inline die Keimfähigkeit erfassen kann.

BioLSP wird von einem interdisziplinären Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft umgesetzt. Beteiligt sind die WiE GmbH – Werk für industrielle Elektronik (Koordinator), die astec anlagen und steuerungstechnik GmbH, die SupraTix GmbH (Softwareentwicklung) sowie die Fraunhofer-Institute IKTS (Keramische Technologien und Systeme, Dresden) und IZI (Zelltherapie und Immunologie, Leipzig). Als assoziierte Partner unterstützen zudem die KWS LOCHOW GmbH – einer der weltweit führenden Saatgutzüchter – sowie die sächsische Landesanstalt BfUL (Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft) das Vorhaben. Die breite Aufstellung des Konsortiums stellt sicher, dass sensorische Messtechnik, künstliche Intelligenz und praktische Saatgutanwendung eng ineinandergreifen.

Innerhalb des Projekts entwickelt die SupraTix GmbH aus Dresden die KI-gestützten Auswertealgorithmen und die Software, welche die anfallenden LSP-Daten automatisch analysieren und in Keimfähigkeitswerte überführen. Parallel dazu entwickeln die Partner WiE und astec die benötigte Hardware sowie die Steuerungstechnik des Sensors. Fraunhofer IKTS und IZI bringen ihre wissenschaftliche Expertise in Laser-Speckle-Photometrie und Saatgutbiologie ein. Bereits nach Projektende sollen die in Sachsen ansässigen Unternehmen WiE, astec und SupraTix das System vermarkten: WiE und astec verantworten dabei die Hardware-Komponenten, SupraTix die Software. KWS und BfUL begleiten das Konsortium beratend, unter anderem im Hinblick auf eine spätere Zertifizierung des Verfahrens nach internationalen ISTA-Standards.

Für Saatgutzüchter, Prüflabore und Landwirte schafft BioLSP konkrete Vorteile. Bisher müssen für Keimtests zahlreiche Samenproben über Tage zum Keimen gebracht und manuell ausgezählt werden – ein aufwendiges Vorgehen, das viel Zeit, Personal und spezielle Infrastruktur bindet. BioLSP soll diesen Prozess radikal beschleunigen und digitalisieren. Künftig können Saatgutzüchter und Prüfstellen mit einem kompakten LSP-basierten Sensorsystem die Keimrate ihrer Saatgut-Chargen deutlich schneller ermitteln und Qualitätstests nahezu in Echtzeit durchführen. Landwirte profitieren von zügig verfügbaren Ergebnissen: Sie können ihr Saatgut schneller aussäen und die Feldbestellung besser planen – mit Zeitersparnis, höherer Effizienz und potenziell besseren Erträgen. Zudem kommt das LSP-Verfahren ohne chemische Reagenzien aus und die getesteten Samen bleiben unbeschädigt, wodurch die Methode nachhaltiger und ressourcenschonender ist als herkömmliche Keimtests.

Tobias Göcke, Geschäftsführer der SupraTix GmbH, hebt die Bedeutung digitaler Technologien für die Landwirtschaft der Zukunft hervor: „Die Landwirtschaft steht vor enormen Herausforderungen – von der Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung bis zum Umgang mit Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz und moderne Sensorik werden entscheidend sein, um diese Zukunft erfolgreich zu gestalten. Projekte wie BioLSP zeigen eindrucksvoll, wie Innovation und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können, um Prozesse nachhaltiger und effizienter zu machen.“

Förderung: Das Projekt BioLSP wird im Rahmen der EFRE/JTF-Forschungsförderung 2021–2027 durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) sowie vom Freistaat Sachsen gefördert.

Kontakt:

SupraTix GmbH – Tobias Göcke (Geschäftsführender Gesellschafter)

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E-Mail: tobias.goecke@supratix.com

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