
„Die positive Bewertung durch den Wissenschaftsrat ist eine große Anerkennung für unsere Arbeit. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten für die exzellente Zusammenarbeit – insbesondere dem engagierten Projektteam, das DALI mit hoher wissenschaftlicher und technischer Expertise vorangetrieben hat“, erklärt der Wissenschaftliche Direktor des HZDR, Prof. Sebastian M. Schmidt. „Gemeinsam haben wir die Grundlage für eine Infrastruktur gelegt, die internationale Forschungsmaßstäbe setzen kann.“
Diese Ansicht teilt auch der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: „Die Verwirklichung dieses herausragenden und visionären Forschungsprojekts am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf hat mit der Empfehlung des Wissenschaftsrates eine weitere wichtige Hürde genommen. Zu dieser erfolgreich gemeisterten Etappe gratuliere ich den Forscherinnen und Forschern am HZDR. Damit kommen wir dem Ziel, einen Leuchtturm der Spitzenforschung von internationaler Anziehungskraft für führende Wissenschaftler und innovative Technologieunternehmen aus der ganzen Welt zu realisieren, wieder ein Stück näher.“
Herausragende wissenschaftliche und strategische Bedeutung
In seiner Stellungnahme hebt der Wissenschaftsrat hervor, dass DALI die technologische Souveränität Deutschlands und Europas stärken, industrielle Wertschöpfungsketten unterstützen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen kann. Gleichzeitig kann die Anlage die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland steigern und hervorragende Bedingungen für hochqualifizierte Fachkräfte bieten.
Ein besonderes Potenzial sieht der Wissenschaftsrat in der thematischen Breite von DALI: Die Infrastruktur verbindet bislang getrennte Forschungsfelder und ermöglicht neue Kooperationen, etwa in den Bereichen Quantenmaterialien, Halbleiterentwicklung, nachhaltige Katalyse oder biomedizinische Forschung. Damit kann sie den Transfer von Grundlagenforschung in anwendungsnahe Technologien entscheidend vorantreiben.
Neue Einblicke in ultraschnelle Materialprozesse
DALI ist eine Lichtquelle im Terahertz (THz)-Frequenzbereich, die auf Elektronenbeschleunigern basiert und mit Laserstrahlung gekoppelt werden soll. Die Anlage soll einen präzisen Blick in die Welt der elementaren Quantenprozesse in praktisch jeder Art von Materie ermöglichen. Die THz-Lichtpulse von DALI werden so intensiv sein, dass gezielt neue, normalerweise nichtexistierende Materiezustände erzeugt werden können.
Dazu nutzt die Anlage mehrere supraleitende Beschleuniger, die pro Sekunde viele Milliarden Elektronen fast auf Lichtgeschwindigkeit bringen. Diese extrem energiereichen Elektronenwolken werden soweit komprimiert, dass sie durch Magnetfelder letztlich im Gleichtakt gepulste THz-Strahlung aussenden können. Gleichzeitig ermöglichen die Laserstrahlen, dass die mit THz-Licht erzeugten Prozesse beobachtet werden können. Man erhält so schließlich einen Film, der die mikroskopischen Quantenprozesse in der Probe mit ultimativer zeitlicher Präzision entschlüsselt.
Mit dieser Technologie soll es DALI der Wissenschaft ermöglichen, gezielt mikroskopische Prozesse mit Licht anzustoßen und angeregte Materiezustände zu erzeugen. Genau dies wird gebraucht, um neue Materialien zu entwickeln, die Basis für Sprunginnovationen sein können. Vor allem Quantentechnologien gelten in vielen Bereichen als Grundlage für künftige Anwendungen. Ohne THz-Strahlung stößt die Quantenforschung aber an Grenzen. DALI wird hier im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel bringen und die Grundlage für die Weiterentwicklung von Quantentechnologien und zahlreiche Anwendungen schaffen.
Über das nationale Priorisierungsverfahren
Im Jahr 2024 hat das Bundesforschungsministerium ein neues Verfahren zur Priorisierung umfangreicher neuer Forschungsinfrastrukturen aufgesetzt. Ziel der Initiative ist es, Projekte zu identifizieren, die bei hoher wissenschaftlicher Exzellenz gleichzeitig ein starkes Innovations- und Transferpotential aufweisen. Die Begutachtung der eingereichten Konzepte erfolgte durch den Wissenschaftsrat, das wissenschaftliche Beratungsgremium von Bund und Ländern. Bewertet wurden dabei das wissenschaftliche Potential, die Nutzungsmöglichkeiten durch die Forschungsgemeinschaft, die Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland sowie die technische Umsetzbarkeit.
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