Unternehmertum

BMWE: 1,6 Milliarden Euro für Innovation – Bundeswirtschaftsministerium und EIF erweitern Start‑up‑Finanzierung mit EIF German Equity

13. Januar 2026. Mit zusätzlichen 1,6 Milliarden Euro bündeln das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre Kräfte, um technologiegetriebene Start-ups zu unterstützen. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds spürbar zu verbessern.

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Unter der neuen Programmlinie „EIF German Equity“ wird die seit 2004 bestehende Partnerschaft ausgebaut. Das Mandat ist branchenoffen und umfasst damit Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, FinTech, Digitalisierung und industrielle Innovation bis hin zu Energie-, Produktions- und Life-Science-Technologien. Deutschland soll damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen.

Ergänzt durch bestehende gemeinsamen Wachstums- und Scale-up-Programme der Bundesregierung mit dem EIF entsteht ein Programmportfolio mit einem Gesamtvolumen von über zehn Milliarden Euro (inkl. des deutschen Beitrags zu European Tech Champions Initiative), das alle Unternehmensphasen abdeckt. Gründerinnen und Gründer erhalten verlässlicheren Zugang zu privatem Kapital, während institutionelle Investoren einen starken öffentlichen Anker finden, der Governance- und ESG-Standards setzt und privates Wachstumskapital mobilisiert.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Wir investieren dort, wo Zukunft entsteht: bei jungen Technologieunternehmen. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds stellen wir dafür 1,6 Milliarden Euro bereit. Das Geld wirkt. Denn wir investieren Seite an Seite mit privaten Kapitalgebern und mobilisieren so zusätzliches privates Kapital. Wir stärken die Eigenkapitalbasis. Wir eröffnen besseren Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds. Und wir geben auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance. So entstehen tragfähige Geschäftsmodelle. So wachsen Innovationen zu Unternehmen. Und so schaffen wir die Technologieführer von morgen – hier in Europa. Zusammen mit unseren bestehenden Wachstums- und Scale-up-Initiativen entsteht ein durchgängiges Finanzierungskonzept. Es schließt Lücken. Es gibt Gründerinnen und Gründern Planungssicherheit. Und es sorgt dafür, dass gute Ideen nicht ins Ausland abwandern, sondern bei uns groß werden.“

Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB): „EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt: Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Zusammen mit Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative entsteht eine abgestimmte Förderarchitektur vom ersten VC-Ticket bis zur Wachstumsfinanzierung. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an.“

Merete Clausen, Mitglied der Geschäftsleitung des Europäischen Investitionsfonds (EIF): „Seit 2004 hat die Zusammenarbeit mit dem BMWE gezeigt, wie wirksam risikobereites Kapital ist. Sie hat neue Management-Teams hervorgebracht, hochwertige VC-Fonds nach Deutschland gezogen und tausende technologieorientierte Unternehmen erreicht. Der Ausbau des Programms knüpft daran an und stärkt insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie- und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“

Fortsetzung eines Erfolgsmodells

EIF German Equity erneuert und erweitert die bewährte Zusammenarbeit auf Basis des ERP-Sondervermögens und von EIF-Eigenmitteln. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der deutschen Innovationspolitik, die technologieoffen, marktwirtschaftlich und wachstumsorientiert auf Ausgründungen, Hightech-Start-ups und zukünftige Mittelständler setzt.

Seit 2004 wurden rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 49 Milliarden Euro getätigt, wodurch bislang mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht wurden. Erfolgreich unterstützte Unternehmen umfassen unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix sowie Home24 – Beispiele für die Wirkungskraft deutscher und europäischer Fondsprogramme.

Schwerpunkt auf Innovation

Als Dachfonds investiert EIF German Equity in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen klaren Mehrwert für den Standort bieten. Im Mittelpunkt der bisherigen und zukünftiger Investments stehen im Einklang mit der Marktentwicklung IKT, Life Sciences, energiebezogene Innovationen, Deep Tech sowie weitere konvergierende Zukunftstechnologien.

Ein zentrales Ziel ist die Mobilisierung privaten Kapitals: EIF-Beteiligungen wirken als Qualitätssignal und aktivieren regelmäßig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel – häufig rund das Fünffache.

Wirkung für Start-ups, Scale-ups und das Venture Capital Ökosystem

Innovative Unternehmen profitieren von einem verbesserten Zugang zu Kapital, einer größeren Zahl aktiver Fondsmanager und besseren Skalierungsperspektiven. Als langfristiger Ankerinvestor setzt der EIF hohe Standards für Governance, Transparenz und ESG und stärkt damit die Qualität und Stabilität des Marktes.

Das gesamte Start-up- und Venture-Capital-Ökosystem gewinnt durch einen verlässlichen öffentlichen Partner, der privates Kapital mobilisiert, internationale Investoren anzieht und die Entwicklung eines leistungsfähigen, diversifizierten Fondsmanagerspektrums unterstützt. EIF German Equity trägt so entscheidend dazu bei, Deutschland als führenden und wettbewerbsfähigen Venture-Capital-Standort in Europa zu positionieren.

TechEU: Nationale Stärke mit europäischer Hebelwirkung

EIF German Equity zahlt ein auf TechEU, der paneuropäischen Innovationsstrategie von EIF und EIB. Durch die Förderung frühphasiger Innovationen in Deutschland und die Verzahnung mit europäischen Plattformen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) entsteht ein klarer europäischer Mehrwert:

Nationale Programme schaffen die Innovationspipeline, EU-Initiativen liefern das Wachstumskapital für Europas künftige Tech-Champions. Dieser zweistufige Ansatz schließt Finanzierungslücken, stärkt die technologische Souveränität Europas und verbindet nationale Innovationsziele mit dem europäischen Anspruch, Deep-Tech- und Zukunftstechnologien großflächig voranzubringen.

Hintergrundinformationen

EIB Gruppe: Die EIB-Gruppe besteht aus der Europäischen Investitionsbank (EIB) und dem Europäischen Investitionsfonds (EIF). Sie ist die Finanzierungsinstitution der Europäischen Union und unterstützt Projekte, die zur Wettbewerbsfähigkeit Europas, zu nachhaltigem Wachstum und zur Finanzierung von Innovationen beitragen. Entlang von acht strategischen Kernprioritäten finanziert sie Investitionen, die zur Erreichung der politischen Ziele der EU beitragen – darunter Klimaschutz und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovation, Sicherheit und Verteidigung, wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, die Kapitalmarktunion sowie ein stärkeres Europa in einer friedlicheren und wohlhabenderen Welt.

Die EIB ist die langfristige Finanzierungsinstitution der Europäischen Union und befindet sich im Eigentum ihrer Mitgliedstaaten.

Der EIF ist Teil der EIB-Gruppe und spezialisiert auf Venture Capital, Wachstums-finanzierung und Garantien. Er stärkt das europäische Innovations- und KMU-Ökosystem, indem er Finanzintermediäre wie Venture-Capital-Fonds und Förderbanken unterstützt. Seine Investitionsprogramme umfassen zahlreiche europäische und nationale Initiativen, unter anderem deutsche Innovations- und Wachstumsprogramme.

Gemeinsam unterzeichnete die EIB Gruppe im Jahr 2024 fast 89 Mrd. Euro an neuen Finanzierungen für über 900 wirkungsstarke Projekte und stärkte damit Europas Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit.

Deutschland ist einer der wichtigsten Partner der EIB-Gruppe. Die EIB unterstützt in Deutschland insbesondere Investitionen in Energie- und Infrastrukturprojekte, Innovation, Digitalisierung und nachhaltiges Wachstum. Der EIF hat in den vergangenen Jahren eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Weiterentwicklung des deutschen Venture-Capital-Ökosystems gespielt: Seit 2004 hat er über 14 Mrd. Euro in Deutschland investiert und damit mehr als 3.000 Unternehmen mit Eigenkapital sowie über 126.000 weitere Unternehmen über Garantien unterstützt. EIF-unterstützte Fonds haben maßgeblich zum Aufstieg führender deutscher VC-Manager beigetragen und die Entstehung zahlreicher Technologie-Erfolgsgeschichten in Deutschland ermöglicht.

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Weiterführende Links

👉 www.bundeswirtschaftsministerium.de  

Foto: BMWE / Andreas Mertens

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