Mikroelektronik

#61: ISS kommt nach Dresden, Iran: Risiken für Chipindustrie, Exzellenz: TU Dresden und QuantumDiamonds

Außerdem: ForLab Kompetenzatlas; neue eMRAM-Technologie von GlobalFoundries, ASE, Silicon Box, Intel und FMC

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Die wichtigsten News, Trends und Entwicklungen der nationalen und internationalen Halbleiterindustrie – kompakt, prägnant und verständlich aufbereitet. Das ist „What’s Chippening“, der News-Podcast aus dem Herzen der europäischen Mikroelektronik, dem Silicon Saxony.

In der Folge vom 13. März 2026 (aufgezeichnet am 12. März 2026, 16:00) geht es um diese Themen:

ISS kommt nach Dresden

Das Industry Strategy Symposium Europe (ISS Europe) bringt zahlreiche Entscheidungsträger der europäischen Mikroelektronikindustrie zusammen und gilt als wichtige Plattform für internationale Vernetzung, Investitionsgespräche und technologische Kooperationen. Veranstaltet wird das dreitägige Forum vom Branchenverband SEMI. Bei der aktuellen Ausgabe der Konferenz im polnischen Sopot diskutieren hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik unter dem Motto „Navigating Geopolitics: Shaping Europe’s Future” über technologische Trends, Produktionsstrategien und geopolitische Entwicklungen der Branche.

Das Programm der Veranstaltung vereint Keynotes und Panels mit Führungskräften aus führenden Halbleiterunternehmen sowie politischen und wissenschaftlichen Stimmen.

Besondere Bedeutung bekommt die Konferenz auch für Sachsen: Die ISS Europe wird in den Jahren 2027 und 2028 in Dresden stattfinden. Der sächsische Wirtschaftsstaatssekretär Sebastian Scheel übernahm dazu in Sopot symbolisch den Staffelstab für die kommenden Veranstaltungen. Der Freistaat Sachsen unterstützt die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz mit insgesamt 300.000 Euro. Im Podcast sprechen wir über das Event und hören auch Sebastian Scheel, der die strategische Rolle der ISS betont.

👉 SMWA: Entscheiderforum der Chip-Branche kommt nach Sachsen

Mögliche Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Halbleiterindustrie

Am Tag der Aufnahme befindet sich der Konflikt im Iran bereits im dreizehnten Kriegstag. Verlässliche Informationen über konkrete Auswirkungen auf die Halbleiterindustrie sind bislang noch begrenzt. Klar ist jedoch, dass geopolitische Spannungen im Nahen Osten Risiken für globale Lieferketten darstellen können. Besonders relevant ist dabei die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte abgewickelt wird. Ein weiterer kritischer Rohstoff ist Helium. Das Gas wird in der Halbleiterfertigung unter anderem zur Kühlung von Wafern, in Hochtemperaturanlagen, in der Lithografie sowie beim Plasma-Ätzen eingesetzt. Ein bedeutender Teil der weltweiten Produktion stammt aus Katar, insbesondere aus der Anlage Ras Laffan. Zwar existieren alternative Bezugsquellen und auch strategische Speicher, etwa in Deutschland, dennoch könnten Ausfälle oder logistische Einschränkungen kurzfristig zu Engpässen führen.

Die Halbleiterindustrie verfügt jedoch inzwischen über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit solchen Störungen. Wir gehen kurz auf frühere Störungen der Lieferkette ein und klären, wo die größten Herausforderungen liegen.

👉 LinkedIn-Beitrag zu möglichen Auswirkungen auf die Halbleiterindustrie

👉 DERA-Analyse zur globalen Heliumversorgung

👉 Hintergrundbericht zu Quarzproduktion in Spruce Pine

👉 Tagesschaubeitrag zu Auswirkungen des Irankrieges auf die Halbleiterindustrie (ab Min: 09:39)

Exzellente Forschung: TU Dresden und QuantumDiamonds

Die Technische Universität Dresden konnte ihren Status als Exzellenzuniversität erneut bestätigen. In der aktuellen Runde der deutschen Exzellenzstrategie wurden zehn der elf eingereichten Anträge bewilligt. Darüber hinaus verfügt die TU Dresden über fünf Exzellenzcluster, davon drei eigene und zwei in Kooperation mit Partneruniversitäten. Damit zählt sie weiterhin zu den leistungsstärksten technischen Universitäten Deutschlands.

Während Exzellenzcluster jährlich mit etwa drei bis zehn Millionen Euro für maximal 14 Jahre unterstützt werden, erhalten Exzellenzuniversitäten eine dauerhafte Förderung von rund zehn bis fünfzehn Millionen Euro pro Jahr, wobei alle sieben Jahre ein neuer Antrag gestellt werden muss. Mindestens zwei Exzellenzcluster muss es an einer Universität geben, damit sie Exzellenzuniversität werden kann. 

Parallel zur Bestätigung des Exzellenzstatus gab es eine weitere Auszeichnung mit Bezug zur Spitzenforschung: Das Unternehmen QuantumDiamonds erhielt einen Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für herausragende Leistungen bei der Überführung modernster physikalischer Forschung in industrielle Anwendungen. Die Technologie des Unternehmens basiert auf diamantbasierten Quantensensoren und unterstreicht die enge Verbindung zwischen Spitzenforschung und industrieller Anwendung in der Halbleiterindustrie.

👉 Gemeinsame Pressemitteilung von DFG und WR

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Kurz-News

ForLab Kompetenzatlas

Der Forschungsverbund ForLab – Forschungslabore Mikroelektronik Deutschland – hat eine neue Online-Plattform veröffentlicht: den Kompetenzatlas für Mikroelektronikforschung an deutschen Hochschulen. ForLab vereint aktuell mehr als zwanzig Universitäten, die gemeinsam an zentralen Technologien der Mikroelektronik arbeiten und Forschung, Infrastruktur sowie Nachwuchsausbildung besser vernetzen möchten.

Der Kompetenzatlas stellt erstmals gebündelt dar, welche Technologien, Forschungsschwerpunkte und Infrastrukturen an den beteiligten Hochschulen vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem Reinräume, Speziallabore und experimentelle Anlagen. Besonders für Start-ups und kleine sowie mittelständische Unternehmen soll die Plattform den Zugang zu wissenschaftlicher Expertise erleichtern und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen fördern.

👉 ForLab-Kompetenzatlas Mikroelektronikforschung an deutschen Hochschulen

Neue eMRAM-Technologie von GlobalFoundries

GlobalFoundries hat die Verfügbarkeit einer neuen eMRAM-Technologie auf seiner erweiterten FDX-Plattform angekündigt. eMRAM steht für embedded Magnetoresistive Random Access Memory und gehört zu den nichtflüchtigen Speichertechnologien. Die Technologie basiert auf magnetischen Tunnelkontakten und ermöglicht die Speicherung von Daten auch ohne kontinuierliche Stromversorgung.

Im Vergleich zu klassischem embedded Flash bietet eMRAM Vorteile bei Geschwindigkeit, Energieeffizienz und Lebensdauer. Besonders relevant ist die Technologie für Mikrocontroller in Anwendungen wie Automotive oder Internet of Things. GlobalFoundries arbeitet derzeit gemeinsam mit Schlüsselkunden an Designprozessen und stellt dafür ein entsprechendes Prozessdesign-Kit bereit. Die Serienproduktion ist ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 im Werk in Dresden vorgesehen.

👉 GlobalFoundries kündigt neue eMRAM-Technologie an

ASE, Silicon Box, Intel und FMC

Wir beginnen den letzten Part des Podcast mit dem Thema Advanced Packaging. ASE startet Bau des neuen Werks K18B in Kaohsiung und investiert 17,6 Milliarden NT-Dollar. Bei Silicon Box in Italien hingegen wartet man noch vergebens auf den für 2025 angekündigten Spatenstich. 

Auch in Deutschland laufen Gespräche über die weitere Entwicklung großer Halbleiterstandorte. Für das Gelände am Eulenberg bei Magdeburg, das ursprünglich für die Intel-Fabrik vorgesehen war, wird derzeit nach neuen Lösungen gesucht. Bund und Land prüfen Optionen zur Weiterentwicklung des insgesamt rund 1.100 Hektar großen Areals. Parallel dazu wird an der infrastrukturellen Ertüchtigung des Standorts gearbeitet, etwa bei Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung. Zudem wurde bestätigt, dass die Finanzierung des geplanten Forschungszentrums FMC durch den Bund weit vorangeschritten ist.

👉 ASE launches construction of new K18B plant in Kaohsiung

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Und sonst so?

Die ECS Summer School startet in die nächste Runde

Die ECS Summer School geht 2026 in ihre vierte Runde. Vom 23. bis 28. August treffen sich in Bologna rund vierzig ausgewählte Studierende aus ganz Europa, um sich intensiv mit Technologien und Anwendungen der Mikroelektronik zu beschäftigen. Das Programm verbindet Grundlagenwissen mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen der Branche.

Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in zentrale Technologien, industrielle Anwendungen und zukünftige Trends in der Mikroelektronik. Ziel ist es, den europäischen Nachwuchs frühzeitig für die Branche zu begeistern und internationale Netzwerke zwischen Forschung, Industrie und Studierenden aufzubauen. Bewerbungsschluss für die Teilnahme ist der 29. März 2026.

👉 Infos zur ECS Summer School 2026

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