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Know How, Kontakte, Karriere: Ein persönlicher Einblick in die ECS Summer School

Neue Technologien entdecken und internationale Kontakte knüpfen: Patrick Mersiowsky hat an der ECS Summer School 2025 teilgenommen. Warum sich das lohnt, berichtet er im Interview. Ein persönlicher Einblick in ein einzigartiges Programm für die nächste Generation der Mikroelektronik.

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Patrick Mersiowsky mit Abschlusszertifikat vor historischem Unigebäude in Budapest (BILD: Patrick Mersiowsky)

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Wie fühlt es sich an, gemeinsam mit Studierenden aus ganz Europa tief in die Welt der Mikroelektronik einzutauchen, neue Technologien kennenzulernen und gleichzeitig wertvolle Kontakte für die Zukunft zu knüpfen? Das wissen alle, die schon einmal Teil der ECS Summer School waren, die 2026 vom 23. Bis 28. August in Bologna, Italien und damit zum mittlerweile dritten Mal stattfindet.

In einem bunten Programm werden fachlicher Input aus Industrie und Forschung mit internationalem Austausch, praxisnahen Einblicken und einem inspirierenden Umfeld verbunden.

Patrick Mersiowsky, seinerzeit Student der Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Sachsen und Praxispartner der X-Fab Dresden GmbH & Co. KG, hat im Sommer 2025 an der Summer School teilgenommen. Im Interview berichtet er, was ihn zur Bewerbung motiviert hat, welche Erfahrungen ihm besonders in Erinnerung geblieben sind und warum er anderen Studierenden eine Teilnahme unbedingt empfiehlt.

Das Interview haben wir schriftlich geführt.

Lieber Patrick, was hat dich motiviert, an der ECS Summer School teilzunehmen und wie bist du überhaupt auf das Programm aufmerksam geworden?

Patrick Mersiowsky: Auf die ECS Summer School aufmerksam geworden bin ich durch die Weiterleitung einer entsprechenden E-Mail durch mein Praxisunternehmen im Rahmen meines dualen Studiums. Besonders überzeugt hat mich die Möglichkeit, Studierende aus ganz Europa kennenzulernen und sich international zu vernetzen. Außerdem fand ich den Programmplan des Vorjahres sehr interessant, da er viele für mich spannende Themen beinhaltet hat. Nicht zuletzt spielte auch der Veranstaltungsort Budapest eine Rolle, der für mich ein zusätzlicher Anreiz war.

Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Patrick Mersiowsky: Teilnahmeberechtigt sind Studierende aus MINT-Fächern, die mindestens zwei Jahre ihres Studiums abgeschlossen haben und sich noch mindestens ein weiteres Jahr im Studium befinden. Außerdem müssen die Teilnehmenden an einer Hochschule in der EU oder einem assoziierten Land eingeschrieben sein und über gute Englischkenntnisse verfügen, da das gesamte Programm auf Englisch stattfindet. Aus allen Bewerbungen werden dann 40 Teilnehmende ausgesucht. Der Bewerbungsprozess an sich war unkompliziert: Ich habe ein Bewerbungsschreiben und einen kurzen Lebenslauf verfasst und diese über die Webseite eingereicht. Ein Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers oder anderen Stelle kann sich positiv auswirken, ist aber nicht erforderlich. Selbst wenn nicht alle Kriterien erfüllt sind: ein Versuch ist die Anmeldung dennoch wert.

Welche Erwartungen hattest du im Vorfeld?

Patrick Mersiowsky: Meine Erwartungen waren bewusst nicht allzu hoch. Ich wollte vor allem neue Themen in einer entspannten Atmosphäre erkunden und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, etwas von Budapest zu sehen. Außerdem freute ich mich darauf, Studenten aus ganz Europa zu treffen.

Hattest du vorher schon Berührungspunkte mit Mikroelektronik oder Halbleitern?

Patrick Mersiowsky: Durch mein duales Studium hatte ich bereits Einblicke in die Halbleiterbranche, insbesondere durch mein Praxisunternehmen, die X-Fab am Standort Dresden. Dort konnte ich die Fertigung integrierter Schaltkreise kennenlernen, sodass das Themenfeld für mich kein völliges Neuland war. Eine besondere Vorbildung ist für die Teilnahme allerdings nicht nötig. Ein paar Links zu Grundlagenvideos werden auf der Webseite der Summer School angeboten.

Bild: Patrick Mersiowsky_Anflug auf Budapest

Dann lass uns doch mal ein bisschen über deine Zeit in der Summer School sprechen. Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Patrick Mersiowsky: Oh, es sind vor allem inhaltlich wirklich viele Dinge hängen geblieben, obwohl ich das im Voraus nicht erwartet hätte. Vor allem deshalb, weil es anschaulich in einer entspannten Atmosphäre und auf keinen Fall trocken rübergebracht wurde. Besonders erinnere ich mich auch an Patrick Cogez als Moderator. Er führte uns täglich durch den Tag. Aber auch die anderen Vortragenden, aus verschiedenen Führungsebenen, waren sehr zugänglich und wirklich absolut geeignet, Wissen näherzubringen, ohne dabei zu sehr an eine Uni-Vorlesung zu erinnern. Andererseits bleibt die Freizeit in Erinnerung, in der es galt, die Stadt der Gastgeberuniversität, Budapest, zu erkunden. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden war das eine runde Sache. Jeden Tag bzw. Jede Nacht wurde etwas Neues unternommen.

Welche Programmteile fandest du am spannendsten?

Patrick Mersiowsky: Vor allem der Aufbau des Programms hat mir sehr gefallen – von der Chipfertigung über Technologien und Packaging bis hin zu Systemen und die Endanwendung. Die Inhalte zur Halbleiterfertigung selbst waren für mich weniger neu, da ich diese bereits aus meiner Arbeit kannte. Jedoch konnte ich auch hier neue Einblicke gewinnen. Alle anderen Programmpunkte fand ich sehr interessant. Besonders spannend waren die Besichtigung einer PCB-Bestückung, der Besuch eines universitären Reinraums sowie die Einblicke in die Fertigung von Metrology-Tools bei Semilab.

Bild: Patrick Mersiowsky_PCB_Bestueckung_Uni_Budapest

Und welche inhaltlichen Themen waren für dich dabei besonders wertvoll für dein weiteres Studium – und warum?

Patrick Mersiowsky: In meinem Studium wird Mikroelektronik bislang weniger intensiv behandelt. Deshalb war die Summer School für mich eine sehr gute Ergänzung und hat mein Wissen in diesem Bereich erweitert. Vor allem die Technologie-Themen waren für mich wertvoll, da ich hier tiefere Einblicke erhalten habe, als ich sie aus meinem Arbeitsalltag kannte. Ich denke, dass mir das gesammelte Wissen in Zukunft weiterhelfen wird. Alle Vortragsfolien stehen außerdem online zur Verfügung und lassen sich später erneut einsehen. Sollte im (weiterführenden) Studium der Bereich der Halbleitertechnologie intensiver aufgegriffen werden, fühle ich mich gewappnet.

Wie praxisnah oder theoretisch war das Programm?

Patrick Mersiowsky: Das Programm war insgesamt eher theoretisch geprägt, aber nie langweilig. Durch Hands-on-Sessions und verschiedene Besichtigungen wurde das Gelernte zusätzlich greifbar gemacht. Einige Vortragende brachten Anschauungsmaterial mit, welches die Präsentationen unterstützte.

Bild: Patrick Mersiowsky_Vorlesung am zweiten Tag

Wie hast du den Austausch mit anderen Studierenden und der Industrie erlebt?

Patrick Mersiowsky: Sehr entspannt, fast schon familiär. Die Kommunikation mit anderen Studierenden war jederzeit möglich, und ich habe die Teilnehmenden als sehr offen und angenehm erlebt. Auch der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft war in entspannter Atmosphäre möglich, insbesondere im Anschluss an Präsentationen.

Sind daraus nachhaltige Kontakte entstanden?

Patrick Mersiowsky: Ja, ich stehe weiterhin mit einigen Studierenden aus verschiedenen Ländern – darunter Italien, Polen und der Türkei – im Austausch. Zusätzlich bin ich als Student Embassador aktiv. Wir sind eine Gruppe aus vielen jungen Menschen, die das Ziel haben, das Interesse an Halbleitertechnik anderen Schülern und Studenten näherzubringen. In diesem Rahmen gibt es regelmäßig Austauschmöglichkeiten, um Ideen einzubringen und zu diskutieren, und Angebote, um sich weiterzubilden.

Wie hat die Summer School denn deinen Blick auf Karrierewege verändert?

Patrick Mersiowsky: Die Teilnahme hat mich in meiner bisherigen Unternehmenswahl bestärkt und meinen eingeschlagenen Weg bestätigt. Die Mikroelektronikbranche ist der Wirtschaftszweig, der mir immer noch am meisten zusagt.

Warum würdest du Studierenden empfehlen, sich bei der ECS Summer School zu bewerben?

Patrick Mersiowsky: Die Bewerbung selbst ist mit relativ wenig Aufwand verbunden, lohnt sich aber definitiv. Einzigartig ist vor allem die Möglichkeit, Studierende aus ganz Europa zu treffen und ein starkes Netzwerk aufzubauen. Gleichzeitig können neue Inhalte in einer entspannten Umgebung kennengelernt werden, und der Austausch über unterschiedliche Studienprogramme aus anderen Ländern ist sehr bereichernd.

Insgesamt ist es eine unvergessliche Zeit, die man da erlebt und dabei entstehen kaum Kosten. Die Reisekosten werden erstattet und Hotel sowie Verpflegung werden gestellt, sodass die Teilnahme finanziell wenig Aufwand bedeutet. Dabei sind die Kontakte und das Wissen, die man in dieser Zeit erhält aber unbezahlbar. Die Organisation ist klasse und es gibt immer einen Ansprechpartner, bei dem man sich melden kann.

Gab es im Vorhinein Bedenken, die sich als unbegründet erwiesen haben?

Patrick Mersiowsky: Ich hatte zunächst die Sorge, dass das Vernetzen mit anderen Studierenden schwierig sein könnte. Tatsächlich war das Gegenteil der Fall: Kontakte kamen schnell zustande, da alle sehr entspannt waren. Außerdem habe ich gemerkt, dass kein perfektes Englisch erforderlich ist.

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Jetzt für die Summer School 2026 bewerben

Die ECS Summer School 2026 findet vom 23. bis 28. August 2026 im University Residential Centre der Universität Bologna in Bertinoro, Italien, statt. Bewerben können sich Bachelorstudierende aus MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) aus der EU sowie aus assoziierten Ländern.

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Über unseren Interviewpartner

Patrick Mersiowsky ist 21 Jahre alt und stammt aus Bautzen. Nach seinem Abitur im Jahr 2022 begann er ein duales Studium der Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Sachsen in Bautzen. Sein Praxispartner ist die X-Fab Dresden GmbH & Co. KG. Im letzten Jahr schloss er seinen Bachelor ab. Jetzt studiert er an der HTW Dresden auf einen Masterabschluss.

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Die European Chips Skills Academy (ECSA)

Die European Chips Skills Academy (ECSA), ein von der Europäischen Union (EU) gefördertes Projekt unter der Koordination von SEMI Europe und in Zusammenarbeit mit den Industriepartnern AENEAS, EPoSS und INSIDE. Bereits zum dritten Malorganisiert das Bündnis im Sommer 2026 die Summer School. Nebenbei betreibt es eine Learning-Plattform mit zahlreichen Online-Kursen im Halbleiterbereich.

Die Initiative reagiert damit auf aktuelle Branchenherausforderungen. Ziel ist es dabei, Innovation und Widerstandsfähigkeit in der Mikroelektronikbranche zu stärken und die Kluft zwischen allgemeiner Bildung und Industrie zu überbrücken, um den akuten Mangel an Fachkräften und Talenten in Europa beheben.

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