Mikroelektronik

IMMS: Projektstart für neuen Glasbruchsensor mit mehr Präzision und höherer Robustheit

15. Januar 2026. Am 14.01.2026 haben die Partner SCHMEISSNER GmbH und IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (IMMS GmbH) im Auftakttreffen in Hermsdorf die Arbeiten für das einjährige Verbundvorhaben „Integration neuartiger Signalverarbeitungsmethoden und konstruktiver Lösungen zur robusten Bruchsensierung von Glasscheiben“ (RGBS) aufgenommen. Ziel des vom Freistaat Thüringen geförderten Projekts ist es, einen besonders sensiblen Glasbruchsensor auf Ultraschall-Basis zu entwickeln. Mit ihm sollen sich verschiedenste Fenster und Türen kostengünstig zur Einbruchsicherung nachrüsten lassen, die strengen Prüfanforderungen für die VdS-Zertifizierung übertroffen und Falschalarme ausgeschlossen werden. Benötigt werden solche Sensoren zur Sicherung kritischer Infrastruktur und von Hochrisiko Objekten wie Museen, IT Räume, Apotheken oder anderen Handels-, Lager- und Produktionsgebäuden.

Diesen Beitrag teilen
Die Teams der Projektpartner SCHMEISSNER GmbH und IMMS GmbH des im Januar 2026 gestarteten Projekts RGBS zum Auftakttreffen am 14.01.2026 in Hermsdorf. Foto: IMMS

Kontakt

Silicon Saxony

Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Manfred-von-Ardenne-Ring 20 F

Telefon: +49 351 8925 886

Fax: +49 351 8925 889

redaktion@silicon-saxony.de

Ansprechpartner:

Vorsprung vor Einbrechern durch Übertreffen des Standards 

„Wir wollen Einbrechern immer weit voraus sein“, erklärt Uwe Schmeißner, Geschäftsführer der SCHMEISSNER GmbH im thüringischen Hermsdorf. Die Nachfrage nach immer besseren und gleichzeitig kostengünstigen Lösungen für Sicherheitstechnik sei gerade mit Blick auf die jüngsten Ereignisse sehr hoch. „Wir haben bereits nachrüstbare Glasbruchsensoren entwickelt und am Markt etabliert. Diese erfüllen schon jetzt teilweise die Kriterien vom VdS. Das ist die Messlatte.“ Die Prüfung der VdS Schadenverhütung GmbH sei strenger als die DIN in Bezug auf Materialqualität, Montage und Manipulationsschutz und werde in Bereichen mit erhöhtem oder sehr hohem Einbruchsrisiko gefordert. Auf dem Markterfolg wolle man sich jedoch nicht ausruhen, so Schmeißner weiter. „Im Projekt wollen wir zwei Hebel für bessere Sensoren ansetzen – eine sensiblere Erkennung auch im Hinblick auf potenzielle neue Einbruchsmethoden und eine höhere Robustheit gegen Falschalarme.“ Gerade wiederholte ungewollte Alarme können zu einem Abstumpfen der Sicherheitskräfte und letztendlich zur Deaktivierung der Sensoren durch den Betreiber führen.

Herausforderung Glasbruchsensoren

Glasbruchsensoren werten Ultraschallsignale aus, welche durch Schwingungen des Glases entstehen. Diese ändern sich bei äußeren Einflüssen auf das Glas. Typische Signale bei normalen Umwelteinflüssen wie z.B. Temperaturschwankungen, Regen, Hagel oder durch vorbeifahrende Fahrzeuge hochgeschleuderte Steine müssen ebenso erkannt werden wie Signale, welche beim gewaltsamen Durchbruch der Scheibe, beim Herausschneiden von Stücken oder einfach nur bei einem Spannungsriss aufgrund großer Temperaturunterschiede entstehen. Die Unterscheidung dieser Szenarien stellt hohe Anforderungen an die Auswertealgorithmen des Sensors. Zudem können neuartige Einbruchmethoden nicht nur eine sensiblere Auswertung erfordern, sondern die Ultraschallsignale derart beeinflussen, dass zukünftig die Immunität gegenüber Falschalarmen noch schwerer wird. 

Sensiblere und robustere Glasbruchsensoren anvisiert

Die neuartigen, besonders sensiblen und gleichzeitig gegen falsch-positive Alarme robusten Glasbruchsensoren sollen zum einen durch ein leistungsfähiges und störfestes Hardware-Design erreicht werden. „Neben der neuen Hardware wird der Dreh- und Angelpunkt sein, dass wir neuartige Analyse- und Auswertungsmethoden anwenden“, ordnet Dr.-Ing. Ludwig Herzog, Themenbereichsleiter Mechatronik und RGBS-Projektleiter am IMMS, ein. Man wolle dabei komplexe Algorithmen nutzen, um Brucherkennung klar von zulässigen Einwirkungen zu trennen. 

Das IMMS koordiniert das Projekt und wird insbesondere die Entwicklung der Methodik verantworten und die sensiblere sowie robustere Brucherkennung entwickeln. Die SCHMEISSNER GmbH wird vor allem die Hardware entwickeln und konstruktiv gegen Störeinflüsse schützen, Validierungsmessungen durchführen und weitere vorbereitende Schritte zur späteren Produktentwicklung vornehmen, wie etwa EMV-Simulation und -Tests sowie die Software-Entwicklung zur Bedienschnittstelle. 

Als Ergebnis wird eine innovative und gleichzeitig preiswerte Nachrüstlösung angestrebt, die wachsende Ansprüche von Kunden und Anwendern von Glasbruchsensoren erfüllt, indem sie einen Beitrag zur Sicherung von Objekten auf höchstem Niveau leistet, und die die Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen in diesem Anwendungsfeld stärkt.

– – – – –

Weiterführende Links

👉 www.imms.de  

Foto: IMMS

Kontakt

Silicon Saxony

Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Manfred-von-Ardenne-Ring 20 F

Telefon: +49 351 8925 886

Fax: +49 351 8925 889

redaktion@silicon-saxony.de

Ansprechpartner: