
Die neuartige Hyperspektralkamera erschließt zahlreiche Anwendungsfelder entlang industrieller und agrartechnischer Wertschöpfungsketten. Die Kamera arbeitet dabei nach einem innovativen Prinzip: Eine konventionelle 2D-Kamera erfasst zunächst ein hochaufgelöstes Bild des Objekts. Künstliche Intelligenz analysiert dieses Bild in Echtzeit und identifiziert automatisch die interessanten Bereiche, die sogenannten Regions of Interest. Nur an diesen ausgewählten Positionen führt das integrierte Spektrometer eine Spektralanalyse durch und ermittelt die chemische Zusammensetzung. Dieser intelligente Ansatz macht hyperspektrale Messungen deutlich effizienter: Statt das gesamte Bild aufwändig hyperspektral zu erfassen, werden nur die relevanten Messpunkte analysiert. Das reduziert Datenmengen, Energieverbrauch und Rechenzeit erheblich.
Die daraus gewonnenen Informationen unterstützen beispielsweise die zuverlässige Sortierung von Textilien und Kunststoffen und erhöhen die Sicherheit bei der Identifikation von Plagiaten. Darüber hinaus verbessern sie die Qualitätskontrolle in der Lebensmittelverarbeitung, indem sie Druckstellen und Mängel aufspüren, und ermöglichen eine genaue Beurteilung des Pflanzenzustands und des Nährstoffbedarfs in der Landwirtschaft. Durch die automatisierte Auswertung werden Entscheidungen deutlich schneller und zuverlässiger getroffen. Zugleich werden Prozesse nachhaltiger gestaltet und wirtschaftliche Ressourcen effizienter genutzt.
„Mit der kompakten hyperspektralen Kamera aus OASYS A1 schaffen wir eine Technologie, die analytische Verfahren dorthin bringt, wo sie gebraucht werden: direkt in Produktionslinien, Sortieranlagen oder auf das Feld“, erklärt Heinrich Engelke, Projektverantwortlicher am Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS. „Die Kombination aus Miniaturisierung, Energieeffizienz und künstlicher Intelligenz eröffnet völlig neue Einsatzmöglichkeiten und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung und Prozesssicherheit.“
Die im Projekt entwickelten Komponenten bilden die Grundlage für künftige sensorische Systeme, die sowohl in Industrie und Recycling als auch in der Agrar- und Lebensmittelbranche maßgebliche Verbesserungen erzielen können.
Über das Projekt
Das Forschungsprogramm OASYS umfasst einen Zeitraum von fünf Jahren von September 2023 bis August 2028 und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 12,5 Millionen Euro gefördert. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) übernimmt die Koordination des Vorhabens. Neben dem Fraunhofer IPMS wirken das Ferdinand-Braun-Institut FBH sowie das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik am Verbund mit. Das gemeinsame Engagement in OASYS und insbesondere die Arbeiten im Projekt A1 unterstreichen die führende Rolle des Fraunhofer IPMS in der Entwicklung innovativer optischer Systemtechnologien.
Weitere Informationen über das Projekt OASYS und die Partner stehen auf der Webseite https://oasys-cottbus.com zur Verfügung.
Über Fraunhofer IPMS
Das Fraunhofer IPMS ist ein international führender Forschungs- und Entwicklungsdienstleister für elektronische und photonische Mikrosysteme in den Anwendungsfeldern Intelligente Industrielösungen, Medizintechnik und Gesundheit, Mobilität sowie Grüne und Nachhaltige Mikroelektronik. Forschungsschwerpunkte sind kundenspezifische miniaturisierte Sensoren und Aktoren, MEMS-Systeme, Mikrodisplays und integrierte Schaltungen sowie drahtlose und drahtgebundene Datenkommunikation. Das Angebot reicht von der Beratung und Konzeption über die Prozessentwicklung bis hin zur Pilotserienfertigung.
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Weiterführende Links
👉 www.ipms.fraunhofer.de
Foto: BTU / Fraunhofer IPMS